Bei einem russischen Drohnenangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew ist in der Nacht zum 25. September 2026 ein Wohnhochhaus getroffen worden. Nach Angaben ukrainischer Behörden wurde ein 14-jähriger Junge getötet, mindestens sieben weitere Menschen wurden verletzt. Der Angriff ereignete sich im Bezirk Petschersk und reiht sich in eine Serie russischer Luftangriffe auf mehrere Regionen der Ukraine in derselben Nacht ein, bei denen auch Kiews Stadtgebiet insgesamt sowie die Regionen Saporischschja und Odessa betroffen waren.
Ukrainische Quellen wie Ukrinform und der Kyiv Independent berichten übereinstimmend, dass in der Nacht mehrere Drohnen und Marschflugkörper auf Kiew abgefeuert wurden. Neben dem Wohnhochhaus im Bezirk Petschersk wurde auch ein fünfstöckiges, nicht bewohntes Gebäude im Bezirk Schewtschenkiwskyj getroffen, wobei ebenfalls Menschen verletzt wurden. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko sprach von Bränden und beschädigten Gebäuden, darunter auch ein Geschäftsgebäude. Insgesamt wurden nach Angaben von Ukrinform in zwei Stadtbezirken Schäden gemeldet, wobei mindestens eine Person verletzt wurde.
Parallel zu den Angriffen auf Kiew berichteten ukrainische Stellen von weiteren Vorfällen in anderen Landesteilen. In der Region Odessa wurde eine Person getötet und eine weitere verletzt. In Odessa wurde zudem, laut einem separaten Bericht vom Vortag, ein Krankenhaus beschädigt – Dach und obere Stockwerke eines diagnostischen Zentrums wurden getroffen. In der Gemeinde Poltawa wurden private Wohnhäuser sowie Eisenbahninfrastruktur beschädigt. Auch die Region Tscherniwzi meldete einen Angriff auf Energie- und Grenzinfrastruktur, bei dem vier unbemannte Fluggeräte über der Region festgestellt wurden. In Kiew wurde außerdem die 1906 erbaute, mehr als 120 Jahre alte St.-Pokrowsky-Kirche beschädigt.
Die Nachrichtenagentur Meduza, die aus dem Exil über Russland berichtet, bestätigt in ihrer Zusammenfassung die zentralen Punkte: Russische Streitkräfte hätten in der Nacht auf den 25. September einen groß angelegten Drohnenangriff auf mehrere ukrainische Regionen geflogen, darunter Kiew, das Kiewer Umland, Saporischschja und Odessa. Dabei sei ein Teenager in Kiew getötet worden, und in Saporischschja sei ein Krankenhaus beschädigt worden. Diese Darstellung deckt sich im Kern mit den Berichten ukrainischer Medien.
Berichte britischer und singapurischer Medien wie The Independent und Straits Times greifen die Ereignisse ebenfalls auf und bestätigen den Tod eines Kindes sowie mehrere Verletzte durch den Drohnentreffer auf das Hochhaus in Kiew. Sie ordnen den Vorfall zugleich in einen größeren geopolitischen Kontext ein: The Independent verweist etwa auf eine Warnung des dänischen Geheimdienstes vor einem wachsenden Risiko begrenzter russischer Angriffe auf NATO-Mitgliedstaaten – ein Hinweis darauf, dass die Ereignisse in Kiew auch international mit Sorge über eine mögliche Ausweitung des Konflikts verfolgt werden.
Gleichzeitig meldeten Berichte aus Russland eigene Angriffe der Ukraine auf russisches Territorium in derselben Nacht. Laut Straits Times und Al Jazeera setzte die Ukraine massive Drohnenschwärme gegen eine Industrieanlage in der russischen Region Perm ein. In der Region Rostow wurde nach Angaben von Gouverneur Juri Sljusar die Ölraffinerie Nowoschachtinsk durch einen Drohnenangriff getroffen und musste den Betrieb vorübergehend einstellen; die russische Luftabwehr habe in der Region rund 50 Drohnen abgefangen. Weitere russische Berichte sprechen von zwei Toten durch ukrainische Drohnenangriffe sowie von Treffern auf eine Ölraffinerie und einen Personenzug.
Die russische Nachrichtenagentur TASS berichtete zudem über Aussagen von Außenminister Sergej Lawrow, der westlichen Medien vorwarf, mit Behauptungen über Drohnenangriffe in EU-Ländern gegen Russland zu agieren. Diese Äußerung datiert vom 22. September und bezieht sich nicht direkt auf die Ereignisse in Kiew, zeigt aber, dass die Frage der Zurechnung von Drohnenangriffen zwischen Moskau und westlichen Regierungen umstritten bleibt.
Offizielle russische Stellungnahmen zu dem konkreten Angriff auf das Wohnhaus in Kiew liegen den vorliegenden Berichten zufolge nicht vor. Die genaue Zahl der beschädigten Gebäude in der ukrainischen Hauptstadt sowie das vollständige Ausmaß der Schäden in den betroffenen Regionen lassen sich aus den bislang veröffentlichten Berichten nicht abschließend beziffern; die Angaben zu Verletzten- und Todeszahlen variieren teils je nach Zeitpunkt der Meldung, da Behörden die Bilanzen im Tagesverlauf laufend aktualisierten. So war laut einem früheren Bericht vom 24. September die Zahl der Verletzten in Kiew bereits auf neun gestiegen, bei zwei Todesopfern – ein Hinweis darauf, dass sich die Angaben zu den jüngsten Angriffen noch auf einen längeren Zeitraum von Attacken beziehen könnten.
Die Ereignisse fügen sich in ein seit Kriegsbeginn wiederkehrendes Muster gegenseitiger Luftangriffe ein, bei denen sowohl zivile Wohngebiete in der Ukraine als auch Industrie- und Energieanlagen in Russland getroffen werden. Wie sich die Lage in den kommenden Tagen entwickelt und ob es zu weiteren Vergeltungsschlägen kommt, bleibt nach derzeitigem Stand offen.
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Chronologie
The Independent · 25. September 2026 um 09:32
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Ukrinform · 25. September 2026 um 09:38
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Straits Times · 25. September 2026 um 09:56
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Ukrinform · 25. September 2026 um 09:59
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