Der iranische Regisseur Asghar Farhadi hat bei den Filmfestspielen in Cannes sowohl die Tötung von Zivilisten durch US-amerikanische und israelische Angriffe auf den Iran als auch die gewaltsame Niederschlagung von Protesten durch die Islamische Republik verurteilt. Der Oscar-prämierte Filmemacher äußerte sich am Freitag während einer Pressekonferenz zu seinem neuen Film 'Parallel Tales', der seine Premiere auf der Croisette feierte.

Farhadi, der aus Teheran angereist war, befand sich in einer heiklen Situation, als er nach seinen Gedanken zu den Ereignissen in seinem kriegsgebeutelten Heimatland gefragt wurde. Der Regisseur beschrieb die Todesfälle von Tausenden von Menschen sowohl bei der Niederschlagung von Protesten im Januar als auch im anhaltenden Krieg als 'zutiefst schmerzhaft' und 'extrem grausam und tragisch'.
Der Filmemacher, der 2021 den Großen Preis für 'A Hero' gewann, navigierte geschickt zwischen der Kritik an seinem eigenen Regime und der Verurteilung externer militärischer Aktionen. Seine Äußerungen erfolgten vor dem Hintergrund anhaltender regionaler Spannungen, die Iran, die USA und Israel involvieren, sowie fortgesetzter interner Unruhen im Iran nach verschiedenen Protestbewegungen.
Farhadi ist international bekannt für seine gesellschaftskritischen Filme, darunter 'Nader und Simin - Eine Trennung', der erste iranische Film, der den Oscar für den besten fremdsprachigen Film gewann. Seine Werke erkunden oft komplexe soziale und politische Themen und haben ihm weltweite Anerkennung eingebracht. Der Regisseur hat sich in der Vergangenheit bereits zu politischen Themen geäußert, jedoch selten so direkt wie bei dieser Pressekonferenz.
Sein neuer Film 'Parallel Tales' ist ein französischsprachiges Drama, das in Paris spielt und damit eine Abkehr von seinen üblichen iranischen Produktionen darstellt. Die Tatsache, dass Farhadi den Film außerhalb des Iran drehen konnte, ermöglichte ihm eine größere kreative Freiheit, frei von der Zensur, die iranische Filmemacher normalerweise einschränkt.
Die Pressekonferenz fand zu einem Zeitpunkt statt, an dem die Spannungen in der Region weiterhin hoch sind. Die Situation im Iran bleibt komplex, mit anhaltenden Protesten gegen das Regime und gleichzeitigen externen Bedrohungen. Für iranische Künstler und Intellektuelle ist es besonders schwierig, sich zu diesen Themen zu äußern, da sie sowohl Repressalien von der eigenen Regierung als auch internationale Aufmerksamkeit riskieren.
Farhadis Fähigkeit, an den Filmfestspielen von Cannes teilzunehmen und sich relativ frei zu äußern, stellt einen bedeutsamen Moment für iranische Kulturschaffende dar. Viele iranische Künstler sehen sich gezwungen, zwischen ihrer künstlerischen Integrität und ihrer persönlichen Sicherheit zu wählen. Seine Anwesenheit in Cannes und seine offenen Äußerungen könnten anderen iranischen Filmemachern Mut machen, sich ebenfalls zu äußern.
Die internationale Filmgemeinschaft hat Farhadis Mut, sich zu diesen schwierigen Themen zu äußern, weitgehend begrüßt. Seine Äußerungen unterstreichen die Rolle der Kunst als Plattform für politischen Ausdruck und gesellschaftliche Kritik, auch unter schwierigen Umständen.
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Farhadi gewann 2021 den Grand Prix in Cannes für 'A Hero'
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Was gesichert ist
- Farhadi gewann 2021 den Grand Prix in Cannes für 'A Hero'
- Farhadis neuer Film 'Parallel Tales' ist französischsprachig und in Paris angesiedelt
- Asghar Farhadi verurteilte sowohl zivile Todesfälle durch US-israelische Angriffe als auch die Niederschlagung von Protesten durch die iranische Regierung
- Farhadi reiste aus Teheran zu den Filmfestspielen von Cannes an
Warum es wichtig ist
Die Quellenlage wirkt vergleichsweise konsistent. Gerade deshalb lohnt sich der Blick auf Details: Kleine Unterschiede in Begriffen, Auslassungen und Quellenwahl können zeigen, welche Aspekte für einzelne Regionen wichtig sind.
Chronologie
France24 · 15. Mai 2026 um 16:09
Cannes: Iranian director Farhadi condemns both US-Israeli attacks, crackdown on protesters
The Guardian · 15. Mai 2026 um 16:39
‘Extremely cruel and tragic’: Iranian director Asghar Farhadi speaks out against state violence and the war
Al-Monitor · 15. Mai 2026 um 19:00
Iranian filmmaker Farhadi condemns Middle East war, protest massacres
Straits Times · 15. Mai 2026 um 19:52
Oscar-winning Iranian director Farhadi calls crackdown, war deaths 'deeply painful'