Die Außenminister Deutschlands und Russlands, Johann Wadephul und Sergej Lawrow, haben sich am Rande der UN-Generalversammlung in New York zu ihrem ersten offiziellen Gespräch seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 getroffen. Übereinstimmend berichten mehrere internationale Medien, darunter Reuters-Partner wie die Straits Times, der Japan Times sowie die Moscow Times, dass das Treffen am Rande der UN-Vollversammlung stattfand und von beiden Außenministerien bestätigt wurde. Es handelt sich um den ersten direkten diplomatischen Kontakt dieser Art zwischen den beiden Ländern seit mehr als vier Jahren und wird von Beobachtern als bemerkenswertes Signal gewertet, unabhängig davon, ob daraus konkrete politische Fortschritte entstehen.

Laut übereinstimmenden Berichten nutzte der deutsche Außenminister Wadephul das Gespräch, um deutliche Forderungen an Russland zu richten. Er habe erklärt, Russland müsse seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine beenden und seine als feindselig bezeichneten Aktivitäten gegenüber Deutschland und dessen Verbündeten einstellen. Die Kyiv Independent zitiert Wadephul mit der Aussage, Moskau solle den „gefährlichen Weg“ der Eskalation verlassen. Zugleich berichtet die philippinische Nachrichtenseite Rappler unter Berufung auf eine Quelle, Wadephul habe Lawrow auch aufgefordert, alles Mögliche zu tun, um eine Einigung über Getreideexporte über das Schwarze Meer zu erreichen. Diese Angabe lässt sich aus den anderen vorliegenden Artikeln nicht unabhängig bestätigen, wird hier aber als von Rappler berichtete Information wiedergegeben.
Auf russischer Seite wurde das Treffen ebenfalls bestätigt. Das russische Außenministerium erklärte laut Moscow Times, bei dem Gespräch seien die bilateralen Beziehungen sowie der Krieg in der Ukraine thematisiert worden. Genauere Angaben zum Gesprächsverlauf oder zu möglichen Ergebnissen wurden von russischer Seite öffentlich nicht mitgeteilt.
Parallel zu dem Treffen mit seinem deutschen Amtskollegen hielt Lawrow vor der UN-Generalversammlung eine Rede, in der er die Ziele der russischen „militärischen Operation“ in der Ukraine verteidigte. Nach Berichten von Al Jazeera und der New York Times erklärte Lawrov, Russland werde die Ziele seines Einsatzes in der Ukraine „bis zum Ende“ verfolgen. Die New York Times beschreibt, dass Lawrow einen erheblichen Teil seiner Rede der Verteidigung des russischen Vorgehens widmete. CBS News berichtet zudem, Lawrow habe Europa vorgeworfen, Friedensverhandlungen zur Ukraine zu blockieren – eine Aussage, die im Kontext der insgesamt angespannten diplomatischen Lage zwischen Moskau und westlichen Staaten steht.
Die Situation an der Front bleibt nach Angaben ukrainischer Quellen weiterhin von schweren Verlusten geprägt. Der ukrainische Generalstab bezifferte die russischen Gesamtverluste seit Kriegsbeginn am 24. Februar 2022 mit rund 1.528.970 Soldaten, darunter 1.690 Verluste allein innerhalb des vergangenen Tages, wie sowohl Kyiv Independent als auch Ukrinform berichten. Diese Zahlen stammen aus ukrainischen Militärquellen und lassen sich unabhängig nicht überprüfen; sie werden jedoch regelmäßig von ukrainischer Seite veröffentlicht und international zitiert.
Über die aktuelle diplomatische Begegnung hinaus zeigen weitere Berichte aus dem Umfeld des UN-Treffens, dass Russland auch mit anderen Staaten im Gespräch war. So traf sich Lawrow laut Sputnik am Rande der Generalversammlung auch mit dem marokkanischen Außenminister Nasser Bourita, um über die bilateralen Beziehungen beider Länder zu sprechen. Zudem äußerte sich ein Vertreter des russischen Außenministeriums, Wladislaw Masslennikow, gegenüber Sputnik kritisch zur Haltung westlicher Staaten gegenüber dem Arktischen Rat sowie zur unkontrollierten Drohnenproduktion in der Europäischen Union, die nach seiner Darstellung Risiken für Russland und andere Staaten berge.
Ein weiterer, eher symbolischer Bericht während des Gesprächszeitraums betrifft eine Meldung von Geo News, wonach die russisch-orthodoxe Kirche Teile der sterblichen Überreste eines mittelalterlichen Fürsten an russische Truppen an der Ukraine-Front gesandt habe. Diese Meldung steht nicht in direktem Zusammenhang mit dem diplomatischen Treffen, verdeutlicht aber die religiös-symbolische Begleitung des Kriegsgeschehens auf russischer Seite, wie sie in Teilen der Berichterstattung dokumentiert wird.
Insgesamt liefern die verfügbaren Berichte ein Bild eines ersten, vorsichtigen diplomatischen Kontakts zwischen Berlin und Moskau nach mehr als vier Jahren offener Konfrontation. Während Deutschland klare Forderungen nach einem Kriegsende und einer Abkehr von als aggressiv bewerteten Handlungen formulierte, bekräftigte Russland öffentlich seine Kriegsziele und wies Vorwürfe zurück beziehungsweise erhob eigene Vorwürfe gegenüber europäischen Staaten. Ob das Treffen zu weiteren Gesprächen oder gar zu Fortschritten bei Themen wie Getreideexporten über das Schwarze Meer führen wird, bleibt nach den vorliegenden Berichten offen. Weder von deutscher noch von russischer Seite wurden bislang konkrete nächste Schritte oder ein Zeitplan für Folgegespräche bekanntgegeben.
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Die Außenminister Deutschlands und Russlands, Johann Wadephul und Sergej Lawrow, haben sich am Rande der UN-Generalversammlung in New York zu ihrem ersten offiziellen Gespräch seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 getroffen.
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