Am Samstagabend wurden in der saudi-arabischen Hauptstadt Riyadh mehrere Explosionen gemeldet. Anwohner berichteten von lauten Detonationen, die Teile der Stadt erschütterten. Wenig später waren am King Khalid International Airport dichte schwarze Rauchsäulen und Flammen zu sehen. Der Flugverkehr wurde für mehrere Stunden gestört, zahlreiche Flüge mussten verschoben oder gestrichen werden.

Saudi-Arabien hatte bereits in der Nacht zuvor Warnmeldungen herausgegeben und die Bevölkerung in Riyadh vor möglichen Gefahren gewarnt. Diese Warnungen erfolgten vor dem Hintergrund einer Eskalation von Angriffen durch die jemenitischen Houthi-Rebellen auf das Königreich. Augenzeugen und von der Nachrichtenagentur AFP verifizierte Videoaufnahmen zeigten, wie Feuerwehrleute einen Brand an einem Kraftstofftank mit dem Logo des staatlichen Ölkonzerns Aramco in einem Treibstoffdepot nahe dem Flughafen löschten.
Wenige Stunden nach den ersten Explosionen erklärten die Houthis, sie hätten mit einer Kombination aus Marschflugkörpern und Drohnen 'sensible Ziele' in Riyadh sowie Ölanlagen von Aramco in der Hafenstadt Yanbu am Roten Meer angegriffen. Ein Sprecher der Bewegung, Yahya Saree, bezeichnete die Angriffe als Vergeltung für fortgesetzte saudische Luftangriffe auf die von den Houthis kontrollierte Hauptstadt Sanaa. Es handelt sich um den ersten dokumentierten Angriff der Rebellenbewegung auf die saudische Hauptstadt seit dem Wiederaufflammen des jemenitischen Bürgerkriegs.
Der Hintergrund der aktuellen Eskalation liegt in einer im September gestarteten Offensive der Houthis, bei der die Rebellen erhebliche Gebietsgewinne in einem der ärmsten Länder der Welt erzielten. Die international anerkannte, von Saudi-Arabien unterstützte jemenitische Regierung geriet dadurch zunehmend in die Defensive. Berichten zufolge kamen bei den jüngsten Kampfhandlungen zwischen Regierungstruppen und Houthi-Kämpfern innerhalb kurzer Zeit 48 Menschen ums Leben.
Die Houthi-Bewegung, die vom Iran unterstützt wird, kontrolliert seit Jahren weite Teile des Nordjemen, einschließlich der Hauptstadt Sanaa. Der seit 2014 andauernde Konflikt hatte sich in den vergangenen Jahren zeitweise beruhigt, ist jedoch in den letzten Wochen wieder deutlich intensiver geworden. Saudi-Arabien, das eine von den Houthis kontrollierte Grenze zu seinem Territorium hat, sieht sich durch die jüngsten Angriffe in seiner Hauptstadt und auf zentrale Energieinfrastruktur direkt bedroht.
Die Europäische Union reagierte mit einer Erklärung der Solidarität mit Saudi-Arabien und verurteilte die Angriffe der Houthis scharf. Ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten erklärte, man fordere die Houthis auf, jegliche militärische Aktion einzustellen. Riyadh hatte zudem erklärt, dass ein weiterer Angriff auch auf die heilige Stadt Mekka gezielt habe, was die internationale Besorgnis zusätzlich verstärkte.
Die genauen Umstände der ersten Explosionen in Riyadh blieben zunächst unklar, ebenso wie das genaue Ausmaß der Schäden an den getroffenen Anlagen. Unabhängige Bestätigungen zur Zahl der abgefangenen oder eingeschlagenen Geschosse lagen zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht vor. Auch die Frage, inwieweit saudische Luftverteidigungssysteme die Angriffe abwehren konnten, wurde nicht abschließend geklärt.
Die Eskalation ereignet sich vor dem Hintergrund einer ohnehin angespannten globalen Wirtschaftslage, die durch einen fast siebenmonatigen Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran bereits belastet ist. Angriffe auf saudische Ölinfrastruktur haben historisch das Potenzial, globale Energiemärkte zu beeinflussen, da Saudi-Arabien einer der weltweit größten Erdölexporteure ist. Beobachter richten ihren Blick nun darauf, ob sich die Angriffe fortsetzen und wie Riyadh sowie seine internationalen Partner darauf reagieren werden.
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Die Houthis erklärten, sie hätten mit Raketen und Drohnen 'sensible Ziele' in Riyadh sowie Aramco-Ölanlagen in Yanbu angegriffen.
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Ein Houthi-Angriff soll auch auf die Stadt Mekka gezielt haben.
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- Details zur saudischen Offensive gegen die Houthis in Jemen
- Zivile Opferzahlen im Jemen
- Politische Einordnung der Houthi-Motive
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Was gesichert ist
- Die Houthis erklärten, sie hätten mit Raketen und Drohnen 'sensible Ziele' in Riyadh sowie Aramco-Ölanlagen in Yanbu angegriffen.
- Am 19./20. September wurden Explosionen und Rauch/Flammen in der Nähe des King Khalid International Airport in Riyadh gemeldet.
- Die EU äußerte 'volle Solidarität' mit Saudi-Arabien und verurteilte die Houthi-Angriffe.
- Die Houthis führten im September eine Offensive durch, bei der sie größere Gebiete im Jemen eroberten.
Was offen bleibt
- Ein Houthi-Angriff soll auch auf die Stadt Mekka gezielt haben.
- Bei jüngsten Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Houthis wurden 48 Menschen getötet.
Warum es wichtig ist
Die Quellenlage wirkt vergleichsweise konsistent. Gerade deshalb lohnt sich der Blick auf Details: Kleine Unterschiede in Begriffen, Auslassungen und Quellenwahl können zeigen, welche Aspekte für einzelne Regionen wichtig sind.
Chronologie
RT · 19. September 2026 um 20:56
Explosions rock Saudi capital – media
BBC World · 19. September 2026 um 21:09
Houthis claim attack on Saudi capital after smoke seen rising near Riyadh airport
South China MP · 19. September 2026 um 21:25
Houthis claim attacks on Saudi capital, after flames seen near Riyadh airport
Taipei Times · 20. September 2026 um 02:00
Smoke rises near airport in Riyadh after air raid alert