Papst Leo XIV. hat am Samstag in Paris eine der größten Freiluftmessen der jüngeren Geschichte Frankreichs gefeiert. Nach Angaben des Vatikans kamen rund 700.000 bis 800.000 Menschen auf die Place de la Concorde und die Champs-Élysées, um an der Zeremonie teilzunehmen – deutlich mehr als die etwa 600.000 Personen, die sich zuvor angemeldet hatten. Der Besuch ist der erste offizielle Staatsbesuch eines Papstes in Frankreich seit 18 Jahren und Teil einer viertägigen Reise, die den 71-jährigen amerikanischen Papst auch nach Lourdes führte.

Der Papst reiste in seinem Papamobil eine gut anderthalb Kilometer lange Strecke die Champs-Élysées entlang, wo ihn jubelnde Menschenmengen mit französischen und vatikanischen Fahnen empfingen. Berichten zufolge segnete er dabei unter anderem Babys, die ihm von Eltern und Betreuern entgegengehalten wurden, und richtete sich immer wieder direkt an die Menschen am Straßenrand. Die Szenen wurden von zahlreichen internationalen Medien als Ausdruck einer besonders emotionalen und persönlichen Atmosphäre beschrieben.
Im Zentrum des Besuchs stand die Messe auf der Place de la Concorde, einem historischen Platz im Herzen von Paris. Dort richtete sich der Papst in seiner Predigt insbesondere an junge Menschen und bezeichnete sie als „die Kirche von heute“. Bereits am Vorabend hatte er im Stade de France an einer Jugendvigil teilgenommen, um gezielt mit jüngeren Gläubigen in Kontakt zu treten. Diese Schwerpunktsetzung auf die Jugend wird von mehreren Quellen als bewusster Programmpunkt der Reise hervorgehoben.
Die Größe der Menschenmenge wurde in den Medien unterschiedlich beziffert. Während Al Jazeera und France24 von rund 800.000 Teilnehmenden berichteten, nannten die Vatikanverwaltung sowie Guardian, CBS News und weitere Agenturen eine Zahl von etwa 700.000. Einzelne Berichte, etwa von France24 in einem Videoformat, sprachen zeitweise auch von 600.000 Personen. Diese Abweichungen dürften auf unterschiedliche Zähl- und Schätzmethoden sowie den Zeitpunkt der jeweiligen Meldung zurückzuführen sein. Unabhängig von der genauen Zahl waren sich die Berichterstattungen einig, dass es sich um eine außergewöhnlich große Versammlung handelte, die die Organisatoren in dieser Form nicht erwartet hatten.
Die Veranstaltung hatte erhebliche Auswirkungen auf das öffentliche Leben in Paris. Mehrere Nachrichtenagenturen berichteten, dass große Teile der Innenstadt für den Papstbesuch abgesperrt wurden und der Verkehr in der Umgebung der Champs-Élysées zum Erliegen kam. ABC News und der Globe and Mail deuteten den enormen Andrang als Hinweis darauf, dass die katholische Kirche in Frankreich trotz eines langfristigen Rückgangs der Kirchenbesuche weiterhin über gesellschaftliche Anziehungskraft verfügt. Frankreich gilt als laizistischer Staat mit einer stark säkularisierten Gesellschaft, zugleich aber mit tiefen historischen Wurzeln im Katholizismus.
Nach der Messe in Paris reiste der Papst am selben Tag weiter nach Lourdes, einen der bedeutendsten katholischen Wallfahrtsorte weltweit. Dort betete er an der Grotte von Massabielle, wo der Überlieferung nach im 19. Jahrhundert Marienerscheinungen stattgefunden haben sollen. Berichte beschreiben diesen Teil der Reise als besonders emotional; France24 und Africa News sprachen von einer „ergreifenden“ Pilgerfahrt. Am folgenden Tag war laut France24 eine weitere Freiluftmesse in Lourdes geplant, zudem ein privates Treffen des Papstes mit Betroffenen von sexuellem Missbrauch durch Kleriker.
Die viertägige Reise nach Frankreich gilt als bedeutendes Ereignis für die katholische Kirche in Europa, nicht zuletzt wegen der langen Zeitspanne seit dem letzten offiziellen Papstbesuch im Land. Offen bleibt, wie nachhaltig die öffentliche Aufmerksamkeit für den Katholizismus in Frankreich sein wird und welche konkreten Themen – etwa der Umgang mit dem Missbrauchsskandal – in den kommenden Tagen der Reise noch behandelt werden. Die bisherigen Berichte konzentrieren sich vor allem auf die Größe der Veranstaltungen und die emotionale Wirkung auf die Teilnehmenden, während tiefergehende politische oder kirchenpolitische Einordnungen bislang kaum vorliegen.
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Papst Leo XIV.
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Chronologie
Africa News · 26. September 2026 um 23:48
Pope Leo XIV draws 800,000 faithful to Paris before emotional Lourdes pilgrimage
Taipei Times · 27. September 2026 um 02:00
Papst in Paris
Al Jazeera · 27. September 2026 um 07:09
Huge crowds cheer Pope Leo as he leads open-air Mass in Paris
France24 · 27. September 2026 um 09:44
Live: Pope Leo XIV to hold open-air mass in Lourdes pilgrimage site