Moskau ist am dritten und letzten Tag der russischen Parlamentswahlen nach Angaben der Stadtverwaltung vom größten ukrainischen Drohnenangriff getroffen worden, den die russische Hauptstadt bislang erlebt hat. Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärte, seit dem Vortag seien mehr als 1.600 Drohnen „auf allen Verteidigungslinien“ abgewehrt worden, darunter 450 im direkten Anflug auf Moskau. Er bezeichnete den Angriff als „beispiellos“ und äußerte die Einschätzung, dieser sei „offenkundig darauf ausgelegt, die Wahlen zu stören“. Nach seinen Worten sei dieses Ziel nicht erreicht worden.

Westliche Medien wie CBS News, NPR und France24 berichten übereinstimmend, dass die Ukraine mehr als 1.000 Drohnen auf russisches Territorium abgefeuert habe, von denen ein erheblicher Teil auf Moskau gerichtet gewesen sei. Die New York Times ergänzt, die Ukraine habe im Rahmen der Angriffe erstmals eine neu entwickelte ballistische Rakete eingesetzt. Nach Angaben lokaler russischer Behörden wurden in der weiteren Moskauer Region zwei Menschen getötet und rund 20 verletzt. Eine Ölraffinerie sowie ein Wohngebäude wurden beschädigt.
Die Angaben zur genauen Zahl der eingesetzten Drohnen unterscheiden sich je nach Quelle. Während russische Stellen von einer noch höheren Gesamtzahl abgefangener Drohnen sprechen – das russische Verteidigungsministerium meldete separat den Abschuss von 1.951 ukrainischen Flugzeug-Drohnen sowie acht „Flamingo“-Raketen und acht Gleitbomben binnen 24 Stunden –, konzentrieren sich westliche und ukrainische Berichte stärker auf die Zahl der tatsächlich gestarteten Drohnen und deren Ziele.
Der Angriff erfolgte inmitten der ersten Parlamentswahlen, die Russland seit Beginn des groß angelegten Krieges gegen die Ukraine unter Kriegsbedingungen abhält. Die Abstimmung erstreckte sich über drei Tage; erste Ergebnisse wurden nach Schließung der Wahllokale in der Ostsee-Enklave Kaliningrad erwartet. Kremlnahe Medien wie TASS und Sputnik betonten in ihrer Berichterstattung vor allem die Funktionstüchtigkeit der russischen Luftverteidigung und zitierten Präsident Wladimir Putin, der zuvor gefordert hatte, das System müsse künftig jeden Luftangriff abwehren können.
Zugleich verschärfte sich in den Tagen vor dem Angriff der diplomatische Ton zwischen Moskau und London. Das russische Außenministerium hatte die britische Geschäftsträgerin in Moskau, Danae Dholakia, einbestellt und offiziellen Protest gegen fortgesetzte britische Lieferungen von Drohnen und anderen Waffen an die Ukraine eingelegt.
Ukrainische Quellen wiederum verweisen auf ein anderes zeitliches Bild: Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj habe Russland allein in der vorangegangenen Woche mehr als 2.000 Angriffsdrohnen, 1.700 Luftbomben und 19 Raketen unterschiedlichen Typs gegen ukrainisches Gebiet eingesetzt. Bereits einige Tage zuvor hatte ein ukrainischer Drohnenangriff einen Brand in der Ölraffinerie Slawneft-Jaroslawl ausgelöst, einer Anlage mit einer Verarbeitungskapazität von rund 300.000 Barrel pro Tag, gegen die die ukrainische Armee wiederholt vorgegangen war.
Die unterschiedlichen Darstellungen von Ausmaß, Zeitpunkt und Motivation des Angriffs lassen sich derzeit nicht vollständig auflösen. Unbestritten ist, dass es sich um einen der umfangreichsten Drohnenangriffe im bisherigen Kriegsverlauf handelte und dass er zeitlich mit einem innenpolitisch bedeutsamen Ereignis in Russland zusammenfiel. Offen bleibt, welche Rolle die Wahltermine bei der operativen Planung tatsächlich spielten und wie sich die wechselseitigen Angriffe in den kommenden Wochen weiterentwickeln werden.
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Der Angriff wurde vom Moskauer Bürgermeister als der größte ukrainische Drohnenangriff auf die Stadt bezeichnet
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Der russische Bürgermeister erklärte, der Angriff sei darauf ausgelegt gewesen, die Wahlen zu stören
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- Details zu ukrainischer Raketentechnologie
- Russische Angriffe auf die Ukraine in der Vorwoche
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Was gesichert ist
- Der Angriff wurde vom Moskauer Bürgermeister als der größte ukrainische Drohnenangriff auf die Stadt bezeichnet
- Bei dem Drohnenangriff auf Moskau wurden mindestens zwei Menschen getötet
Was offen bleibt
- Der russische Bürgermeister erklärte, der Angriff sei darauf ausgelegt gewesen, die Wahlen zu stören
- Die Ukraine setzte bei dem Angriff erstmals eine neu entwickelte ballistische Rakete ein
- Russland setzte in der Woche vor dem Angriff mehr als 2.000 Drohnen, 1.700 Luftbomben und 19 Raketen gegen die Ukraine ein
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Chronologie
France24 · 20. September 2026 um 12:24
Ukraine hits Russia with major drone attack, targetting refinery
NY Times World · 20. September 2026 um 12:33
Hundreds of Drones Target Moscow on Final Day of Russian Elections
NDTV World · 20. September 2026 um 12:36
Video: Massive Ukrainian Drone Barrage On Moscow Amid Elections In Russia
CBS News · 20. September 2026 um 12:50
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