Russland hat zwischen dem 19. und 21. September 2026 eine Parlamentswahl zur Staatsduma abgehalten – die erste seit Beginn der vollumfänglichen russischen Invasion der Ukraine im Februar 2022. Nach Auszählung des überwiegenden Teils der Stimmen zeichnet sich ein klarer Sieg der kremltreuen Partei Einiges Russland ab, die laut der Zentralen Wahlkommission zwischen 57,5 und 58 Prozent der Listenstimmen erhielt. Zusammen mit ihrem Erfolg in den meisten der 225 Direktwahlkreise dürfte die Partei damit auf 355 der 450 Sitze im Parlament kommen und erneut eine verfassungsändernde Zweidrittelmehrheit erringen.

Die Wahlbeteiligung erreichte nach Angaben der Kommissionsvorsitzenden Ella Pamfilowa einen Rekordwert von 59,32 Prozent. Präsident Wladimir Putin selbst gab seine Stimme online von Moskau aus ab. Die Wahl war die erste Duma-Wahl, die während des laufenden Krieges gegen die Ukraine stattfand, und wurde von russischen Behörden als Beweis für Stabilität und Rückhalt in der Bevölkerung dargestellt.
Bereits im Vorfeld hatte der Oberste Gerichtshof Russlands eine Partei, die sich explizit gegen den Krieg positioniert hatte, von der Kandidatenliste gestrichen. Damit stand den Wählern keine Partei zur Verfügung, die eine grundsätzliche Ablehnung der Militäroperation vertrat. Von den verbliebenen Parteien, die zur Wahl standen, konnte sich neben Einiges Russland auch die Kommunistische Partei (KPRF) mit rund 13,8 Prozent, die LDPR mit etwa 8,9 Prozent und die liberal-konservative Partei Neue Leute mit knapp 7,9 Prozent Sitze sichern.
Besonders knapp verlief es für die Partei Gerechtes Russland, die mit 4,95 bis 4,96 Prozent der Stimmen die für den Einzug ins Parlament erforderliche Fünf-Prozent-Hürde nach vorläufigen Zahlen verfehlte. Sollte sich dieses Ergebnis in der endgültigen Auszählung bestätigen, würde die Partei ihre bisherige Vertretung im Parlament über die Listenwahl verlieren, könnte aber möglicherweise noch über einzelne Direktmandate vertreten sein.
Die Abstimmung selbst fand unter erschwerten Bedingungen statt. Mehrere internationale Medien berichteten von ukrainischen Drohnenangriffen sowie von Cyberattacken, die während des dreitägigen Wahlzeitraums registriert wurden. Der Moskauer Bürgermeister erklärte jedoch, dass die Wahl trotz dieser Vorfälle wie geplant habe stattfinden können und es zu keinen größeren Störungen des Ablaufs gekommen sei.
Westliche Medien und mit Russland befasste Politikexperten weisen darauf hin, dass das Wahlsystem als stark kontrolliert gilt. Kritiker und unabhängige Beobachter argumentieren, dass durch den Ausschluss regimekritischer Kandidaten und Parteien echte politische Konkurrenz weitgehend fehle. Nach dieser Lesart lasse sich aus dem Wahlergebnis kaum unmittelbar auf tatsächliche gesellschaftliche Zustimmung zu Putin oder zum Krieg schließen; aussagekräftiger seien eher Faktoren wie die Höhe der Wahlbeteiligung, der Zeitpunkt der Stimmabgabe und das Abschneiden der kleineren Parteien.
Demgegenüber stellen russische Staatsmedien und amtliche Stellen die Ergebnisse als Ausdruck einer breiten und stabilen Unterstützung für die politische Führung dar. Die Rekordbeteiligung von fast 60 Prozent wird von offizieller Seite als Zeichen für gesellschaftlichen Zusammenhalt in Kriegszeiten gewertet.
Zum Zeitpunkt der Berichterstattung lag noch keine endgültige, offizielle Bestätigung sämtlicher Sitzverteilungen durch die Wahlkommission vor; die Angaben zu 355 Sitzen für Einiges Russland sowie zu den Ergebnissen der übrigen Parteien basierten auf vorläufigen Auszählungen von rund 90 bis 95 Prozent der Stimmen. Beobachter erwarten, dass die Wahl vor allem als Signal innenpolitischer Konsolidierung des Kremls interpretiert wird, während ihre Bedeutung für den weiteren Kriegsverlauf in der Ukraine von internationalen Analysten unterschiedlich eingeschätzt wird.
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Einiges Russland erhält nach vorläufigen Ergebnissen 355 der 450 Sitze in der Staatsduma und damit eine verfassungsändernde Mehrheit
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Gerechtes Russland verfehlte nach vorläufigen Zahlen mit 4,95 bis 4,96 Prozent knapp die Fünf-Prozent-Hürde für Listensitze
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Was gesichert ist
- Einiges Russland erhält nach vorläufigen Ergebnissen 355 der 450 Sitze in der Staatsduma und damit eine verfassungsändernde Mehrheit
- Einiges Russland gewann nach vorläufigen Ergebnissen rund 57,5 bis 58 Prozent der Listenstimmen bei der Duma-Wahl 2026
- Die Wahl war von ukrainischen Drohnenangriffen und gemeldeten Cyberattacken begleitet
- Der Oberste Gerichtshof Russlands schloss eine Anti-Kriegs-Partei von der Kandidatur bei der Duma-Wahl aus
Was offen bleibt
- Gerechtes Russland verfehlte nach vorläufigen Zahlen mit 4,95 bis 4,96 Prozent knapp die Fünf-Prozent-Hürde für Listensitze
Warum es wichtig ist
Die Berichterstattung ist nicht völlig gespalten, aber auch nicht deckungsgleich. Das macht den Vergleich nützlich: Die Faktenbasis zeigt den gemeinsamen Kern, die Perspektiven zeigen, wo politische, regionale oder institutionelle Interessen die Gewichtung verändern.
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