US-Präsident Donald Trump hat seine erst einen Tag zuvor angekündigte Pläne für eine 20-prozentige Gebühr auf Fracht, die durch die Straße von Hormuz transportiert wird, wieder zurückgezogen. Stattdessen kündigte er an, mit den Golfstaaten direkte Handels- und Investitionsabkommen aushandeln zu wollen. Die Kehrtwende betrifft Reeder, Ölkonzerne und Regierungen weltweit, da die Straße von Hormuz eine der wichtigsten Engstellen für den globalen Öl- und Gastransport ist und jede Störung dort unmittelbare Auswirkungen auf Energiepreise und Lieferketten hat.

Trump äußerte sich am Dienstag in einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social. Er erklärte, aufgrund „hochproduktiver Gespräche mit der Führung des Nahen Ostens“ habe er entschieden, die geplante „US Reimbursement Fee“ von 20 Prozent durch Handels- und Investitionsabkommen zu ersetzen, welche die verschiedenen Golfstaaten mit den Vereinigten Staaten eingehen würden. Konkrete Zusagen einzelner Golfstaaten nannte er dabei nicht, wie mehrere Berichte, unter anderem von der Straits Times, festhalten. Trump betonte zudem, die Straße von Hormuz sei „offen für ALLEN Schiffsverkehr außer für Iran“.
Die ursprüngliche Ankündigung der Gebühr war nur einen Tag zuvor erfolgt, inmitten einer massiven militärischen Eskalation zwischen den USA und Iran. Nach Angaben von NDTV und der New York Times hatten die USA in der Nacht zuvor Luftschläge gegen iranische Ziele durchgeführt, während Iran im Gegenzug ballistische Raketen auf US-Militärbasen in Jordanien und Bahrain abfeuerte. Laut Daily Sabah dauerten die amerikanischen Angriffe rund fünf Stunden. Im Zuge dieser Eskalation hatte Trump erklärt, die USA würden zum „Wächter“ der strategischen Wasserstraße werden und eine Entschädigung für den Schutz der durchfahrenden Fracht verlangen, wie Al-Monitor berichtet.
Die geplante Gebühr stieß von Beginn an auf erheblichen Widerstand aus der Schifffahrtsbranche. CBS News zitierte Brancheninsider, die erklärten, es gebe „keine rechtliche Grundlage“ für eine solche Abgabe. Die Kosten hätten sich laut Berichten auf mehrere zehn Millionen Dollar pro Schiff belaufen können. Auch The Independent analysierte, dass ein 20-Prozent-Aufschlag die Transportkosten für Öl aus dem Golf nach Europa mehr als verdoppeln könnte, was Fachleute als praktisch nicht umsetzbar einschätzten. Al Jazeera thematisierte in einem Artikel zudem, ob die Gebühr überhaupt Abnehmer finden würde, und verwendete dabei den Begriff „Piraterie“ in Bezug auf den Plan.
Auch politisch regte sich Widerstand. Die britische Regierung erklärte laut Middle East Eye, sie lehne die geplante Gebühr ab und dränge die Trump-Administration auf Details. Eine Sprecherin des britischen Premierministers betonte, Priorität habe die Stabilität und die Rückkehr zu einem Waffenstillstand zwischen den USA und Iran; die zollfreie Durchfahrt müsse wiederhergestellt werden, um die schweren wirtschaftlichen Folgen der Eskalation abzumildern.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Ankündigung waren bereits vor der Rücknahme spürbar. Der Jakarta Post zufolge fielen die asiatischen Aktienmärkte, während die Ölpreise am Dienstag im asiatischen Handel auf ein Einmonatshoch stiegen, nachdem Trump zunächst die Blockade iranischer Schifffahrt und die Erhebung der Gebühr angekündigt hatte. Diese Marktreaktionen dürften mit zu den Faktoren gehört haben, die letztlich zur schnellen Kursänderung beitrugen, wenngleich Trump selbst dies nicht als Begründung nannte.
Mehrere internationale Nachrichtenagenturen, darunter Anadolu, TASS, Yonhap und Sputnik, bestätigten übereinstimmend den Kern der neuen Ankündigung: Die 20-Prozent-Gebühr wird durch Investitions- und Handelsabkommen mit Golfstaaten ersetzt. Offen bleibt jedoch, welche Staaten konkret beteiligt sind, welchen Umfang die Abkommen haben sollen und ob sie bereits verhandelt wurden oder erst in Aussicht stehen. Auch ist unklar, wie sich die Kursänderung auf die militärische Lage zwischen den USA und Iran auswirkt, die zum Zeitpunkt der Berichterstattung weiterhin als angespannt beschrieben wurde.
Die rasche Rücknahme der Gebühr binnen 24 Stunden nach ihrer Ankündigung wirft Fragen zur Planung und Abstimmung innerhalb der US-Regierung auf. Wie sich die neuen Investitionsabkommen konkret gestalten werden und ob sie von den Golfstaaten tatsächlich in der von Trump beschriebenen Form eingegangen werden, bleibt vorerst offen und dürfte in den kommenden Tagen und Wochen weitere Berichterstattung nach sich ziehen.
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US-Präsident Donald Trump hat seine erst einen Tag zuvor angekündigte Pläne für eine 20-prozentige Gebühr auf Fracht, die durch die Straße von Hormuz transportiert wird, wieder zurückgezogen.
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