US-Präsident Donald Trump hat am Rande der 81. UN-Generalversammlung in New York erklärt, die Gespräche zwischen den USA und Iran hätten „Dynamik“ und könnten zu einer Vereinbarung führen. Die Äußerungen erfolgten am 22. September 2026 und stehen im Zusammenhang mit einem mehrstündigen, vermittelten Treffen zwischen Vertretern beider Länder, das laut mehreren Berichten rund drei Stunden dauerte. Die Entwicklung ist relevant, weil sie inmitten eines seit Februar 2026 andauernden Krieges zwischen den USA und Iran stattfindet und es sich um die ersten direkten Gespräche seit dem Zusammenbruch einer Waffenruhe im Juni handeln soll.

Nach Angaben von Trump trafen seine Sondergesandten Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner mit iranischen Vermittlern zusammen. Trump bezeichnete das Treffen als „sehr gut“ und „sehr produktiv“ und kündigte an, dass in naher Zukunft ein weiteres Treffen stattfinden solle. Er sprach zudem davon, dass „eine Menge guter Gedanken“ bei dem Gespräch vorgebracht worden seien. Details zum Inhalt der Verhandlungen wurden bislang nicht öffentlich gemacht.
Gleichzeitig fielen Trumps öffentliche Äußerungen in seiner Rede vor der UN-Generalversammlung deutlich schärfer aus. Dort drohte er, Iran „auszulöschen“, sollte es nicht zu einer Einigung kommen, und sagte, er stehe vor einer „großen Entscheidung“. Er äußerte zudem die Einschätzung, dass eine Lösung mit Iran möglicherweise erst nach den US-Zwischenwahlen im November zustande kommen könnte, eventuell aber auch früher – er selbst räumte ein, dies nicht genau zu wissen. Irans Streitkräfte wiesen die Drohung in einer Stellungnahme als „Propaganda“ zurück.
Berichten zufolge verknüpft Teheran diplomatische Fortschritte mit konkreten Forderungen: der Aufhebung von Schifffahrtsblockaden sowie der Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte. Ein Bericht von Al Jazeera beschreibt, dass diese Themen – darunter auch die Öffnung der Straße von Hormus – Gegenstand der New Yorker Verhandlungen waren. Damit zeichnet sich ab, dass es bei den Gesprächen nicht nur um eine Beendigung militärischer Auseinandersetzungen geht, sondern auch um wirtschaftliche und infrastrukturelle Fragen, die für beide Seiten von erheblicher Bedeutung sind.
Die Nachricht von den Gesprächen hatte unmittelbare Auswirkungen auf die Finanzmärkte: Die Ölpreise gaben nach, nachdem Trump die Gespräche als „sehr produktiv“ bezeichnet hatte. Die Sorte Brent fiel auf 98,91 US-Dollar je Barrel, die US-Sorte West Texas Intermediate auf 89,93 US-Dollar – beide Werte liegen damit unter der symbolischen Marke von 100 US-Dollar, die seit Ausbruch des Nahost-Kriegs im Februar wiederholt überschritten worden war. Der Rückgang deutet darauf hin, dass Marktteilnehmer die Verhandlungen als Signal für eine mögliche Deeskalation werten.
Parallel zu den Iran-Gesprächen fanden in Washington auch Gespräche zwischen Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping statt, bei denen unter anderem US-Waffenverkäufe an Taiwan Thema waren. Taiwan äußerte sich trotz des chinesischen Drucks zuversichtlich, dass die amerikanischen Rüstungslieferungen fortgesetzt würden. Diese Gespräche liefen zeitlich parallel zu den Iran-Verhandlungen, stehen aber inhaltlich nicht in direktem Zusammenhang mit ihnen.
Offen bleibt, wie belastbar die von Trump beschriebene „Dynamik“ tatsächlich ist. Während einzelne Berichte von konkreten Fortschritten und einem bereits terminierten Folgetreffen sprechen, betonen andere Quellen die gleichzeitig ausgesprochenen Drohungen sowie die Unsicherheit über den Zeitpunkt einer möglichen Einigung. Auch die genauen Positionen beider Seiten zu zentralen Streitpunkten – etwa der Straße von Hormus, den eingefrorenen Vermögenswerten oder einem möglichen Waffenstillstandsmechanismus – wurden bislang nicht im Detail bekannt.
Es bleibt abzuwarten, ob das angekündigte weitere Treffen zwischen US- und iranischen Vertretern tatsächlich stattfindet und ob sich daraus konkrete Schritte in Richtung einer Waffenruhe oder eines dauerhaften Abkommens ergeben. Sowohl die politische Rhetorik Trumps als auch die wirtschaftlichen Reaktionen an den Ölmärkten deuten darauf hin, dass die internationale Gemeinschaft die Entwicklung in den kommenden Tagen und Wochen genau beobachten dürfte.
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Trump drohte in seiner UN-Rede, Iran zu 'vernichten', sollte kein Friedensabkommen erzielt werden.
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Ein hochrangiger iranischer Vertreter signalisierte Bereitschaft, die Straße von Hormus wieder zu öffnen, sollten die USA den Druck auf Iran verringern.
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- Detaillierte Einordnung der US-Vernichtungsdrohung im Kontext des UN-Systems
- Direkte iranische Zugeständnisse zur Straße von Hormus werden kaum erwähnt
- Iranische Reaktionen und Bedingungen für eine Wiederöffnung der Straße von Hormus fehlen weitgehend
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Was gesichert ist
- Trump drohte in seiner UN-Rede, Iran zu 'vernichten', sollte kein Friedensabkommen erzielt werden.
- US-Vertreter Steve Witkoff und Jared Kushner trafen sich am 22. September 2026 rund drei Stunden lang mit iranischen Vertretern am Rande der UN-Generalversammlung.
- Die Ölpreise (Brent und WTI) fielen nach Bekanntwerden der Gespräche.
- Es handelte sich um das erste direkte Treffen zwischen US- und iranischen Vertretern seit dem Zusammenbruch der Waffenruhe im Juni 2026.
Was offen bleibt
- Ein hochrangiger iranischer Vertreter signalisierte Bereitschaft, die Straße von Hormus wieder zu öffnen, sollten die USA den Druck auf Iran verringern.
- Irans Öleinnahmen erreichten im September trotz US-Seeblockade einen Zweijahreshöchststand von über 3 Milliarden US-Dollar.
Warum es wichtig ist
Die Quellenlage wirkt vergleichsweise konsistent. Gerade deshalb lohnt sich der Blick auf Details: Kleine Unterschiede in Begriffen, Auslassungen und Quellenwahl können zeigen, welche Aspekte für einzelne Regionen wichtig sind.
Chronologie
BBC World · 23. September 2026 um 08:12
US and Iran hold first talks since June after Trump's 'annihilation' threat
The Independent · 23. September 2026 um 09:19
Iran-US war latest: Tehran responds after Trump says they must choose between a peace deal and ‘annihilation’
ABC News · 23. September 2026 um 09:22
Taiwan watching closely as Xi and Trump meet and hopes US will keep up its arms sales
India Today · 23. September 2026 um 09:32
Taiwan confident of US arms sales despite Xi-Trump Washington talks