US-Präsident Donald Trump hat Kanada mit zusätzlichen Zöllen gedroht und dies mit dem Rauch von Waldbränden begründet, der in den vergangenen Tagen weite Teile der USA erfasst hat. Am Freitag erklärte Trump in einer Rede zur Hauptsendezeit, dass der Rauch der kanadischen Wälder für die USA einen „unkalkulierbaren“ wirtschaftlichen Schaden verursache und er beabsichtige, diesen Kostenfaktor den bereits bestehenden Zöllen auf kanadische Waren aufzuschlagen. Betroffen von der Ankündigung ist in erster Linie die kanadische Regierung unter Premierminister Mark Carney, aber auch amerikanische Verbraucher und Unternehmen, die von den Handelsbeziehungen zwischen beiden Ländern abhängen. Relevant ist die Ankündigung, weil sie das ohnehin angespannte Handelsverhältnis zwischen den beiden nordamerikanischen Nachbarn weiter belasten könnte, kurz vor einem international stark beachteten Sportereignis in den USA.

Hintergrund der Ankündigung ist eine schwere Luftverschmutzung, die durch Hunderte Waldbrände in Kanada ausgelöst wurde. Laut mehreren Berichten zog der Rauch am Donnerstag und Freitag über weite Teile des amerikanischen Mittleren Westens bis in den Nordosten der USA. Behörden in mehreren US-Bundesstaaten – Berichten zufolge waren mehr als 17 Bundesstaaten betroffen – riefen die Bevölkerung dazu auf, sich möglichst in Innenräumen aufzuhalten. Die Stadt Detroit galt nach Angaben des Luftqualitäts-Trackers IQAir zeitweise als die am stärksten verschmutzte Stadt der Welt. Auch Millionen weitere Menschen in den USA waren laut Berichten von der Verschlechterung der Luftqualität betroffen.
Trump warf Kanada in seiner Rede „vorsätzliche Fahrlässigkeit“ vor und kündigte an, mit Premierminister Carney zu telefonieren, um sich nach den Plänen der kanadischen Regierung im Umgang mit den Bränden zu erkundigen. Konkrete Zahlen zur Höhe der geplanten zusätzlichen Zölle oder ein Zeitplan für deren Umsetzung wurden in den vorliegenden Berichten nicht genannt. Ebenfalls unklar bleibt, auf welcher rechtlichen oder handelspolitischen Grundlage eine solche Maßnahme umgesetzt werden könnte.
Parallel zu Trumps Ankündigung berichteten mehrere Quellen, dass auch republikanische Politiker in den USA Sanktionen gegen Kanada und einzelne kanadische Regierungsvertreter ins Spiel gebracht haben. Der Guardian berichtete, dass Republikaner damit drohen, kanadische Amtsträger für die Folgen der Brände zu sanktionieren. Gleichzeitig verweisen Berichte darauf, dass auch in den USA selbst Waldbrände wüten und dass die Trump-Administration in der Vergangenheit mehrere Klimaschutzmaßnahmen zurückgenommen hat – ein Punkt, der in der öffentlichen Debatte um Verantwortlichkeiten eine Rolle spielt.
Kanadas Premierminister Mark Carney reagierte nach Angaben der BBC mit dem Hinweis, dass sowohl die USA als auch Kanada eine gemeinsame Verantwortung im Kampf gegen den Klimawandel tragen, der laut Expertenmeinungen die Bedingungen für Waldbrände verschärft. Diese Einschätzung deckt sich mit wissenschaftlichen Erklärungen, wonach steigende Temperaturen und Trockenheit die Häufigkeit und Intensität von Waldbränden in Nordamerika erhöhen.
Die Berichterstattung verweist zudem darauf, dass Trump in der Vergangenheit wiederholt unbelegte Behauptungen aufgestellt habe, wonach politisches Missmanagement rivalisierender Politiker für große Waldbrände verantwortlich sei. Diese Aussage stammt aus einem Bericht von Al Jazeera und wird in den vorliegenden Quellen nicht weiter mit Belegen unterlegt, sodass sie als Einordnung, nicht als gesicherte Tatsache zu verstehen ist.
Die Ankündigung fällt zudem in eine Zeit erhöhter öffentlicher Aufmerksamkeit, da in den USA das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft zwischen Argentinien und Spanien bevorstand. Mehrere Medien berichteten, dass unklar sei, ob und in welchem Ausmaß der Rauch das Spiel beeinträchtigen könnte. Behörden erwarteten laut Channel News Asia zwar eine Verbesserung der Rauchbelastung, warnten jedoch gleichzeitig, dass Windverhältnisse erneut Rauch in den Nordosten der USA tragen könnten. Der Independent berichtete, dass die Vorhersagen zum möglichen Einfluss auf das Finale mit Unsicherheiten behaftet blieben.
Offen bleibt derzeit, wie Kanada auf die angedrohten Zölle reagieren wird, ob es zu einem tatsächlichen Telefonat zwischen Trump und Carney kommt und welche konkreten Schritte – sowohl auf Zoll- als auch auf Sanktionsebene – tatsächlich umgesetzt werden. Ebenso ungeklärt ist, welche langfristigen Folgen eine solche Maßnahme für die ohnehin schon angespannten Handelsbeziehungen zwischen den USA und Kanada haben könnte. Beobachter dürften in den kommenden Tagen genau verfolgen, ob aus der Drohung eine formelle politische oder wirtschaftliche Maßnahme wird.
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US-Präsident Donald Trump hat Kanada mit zusätzlichen Zöllen gedroht und dies mit dem Rauch von Waldbränden begründet, der in den vergangenen Tagen weite Teile der USA erfasst hat.
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