Die Vereinigten Staaten haben in der Nacht zum Montag zum neunten Mal in Folge Luftangriffe auf militärische Ziele im Iran durchgeführt. Nach Angaben des US-Zentralkommandos (CENTCOM) richteten sich die Angriffe gegen iranische militärische Kommandozentren, Luftverteidigungs- und Küstenüberwachungsanlagen, maritime Fähigkeiten, Raketen- und Drohnenabschussstellen sowie Kommunikationsnetzwerke. Ziel sei es, die Fähigkeit des Iran zu schwächen, Handelsschiffe und zivile Seefahrer in der Straße von Hormuz anzugreifen. Die Eskalation zwischen Washington und Teheran, die sich seit Wochen zuspitzt, hat damit eine neue Stufe erreicht und betrifft mittlerweile mehrere Länder der Region, darunter Kuwait, Bahrain, Jordanien und Syrien.

Die iranische Revolutionsgarde (IRGC) erklärte, sie habe als Reaktion auf die amerikanischen Angriffe US-Einrichtungen in mehreren Ländern getroffen. Laut IRGC wurden ein Radarsystem, ein Ausrüstungslager und ein Hangar für unbemannte Flugsysteme (Drohnen) in Kuwait angegriffen, mehrere Drohnen sollen bei dem Vorfall zerstört worden sein. Weitere Berichte sprechen von Angriffen auf das US-Militärcamp Al-Adiri und die Ali Al Salem Air Base in Kuwait sowie auf den Flughafen Aqaba in Jordanien, der mit ballistischen Raketen angegriffen worden sein soll. Auch US-Einrichtungen in Syrien seien betroffen gewesen. Unabhängig überprüfen ließen sich diese iranischen Angaben zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht.
Parallel dazu meldete das bahrainische Staatsfernsehen, dass die Luftverteidigungssysteme des Landes auf Angriffe aus dem Iran reagiert hätten. In der Hauptstadt Manama seien Sirenen ausgelöst worden, zudem seien Explosionen zu hören gewesen. Damit weitet sich der Konflikt über die unmittelbaren Kriegsparteien Iran und USA hinaus auf weitere Golfstaaten aus, die als Standorte amerikanischer Militärpräsenz gelten.
Besondere Besorgnis besteht weiterhin hinsichtlich der Straße von Hormuz, einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den globalen Öltransport. Der Iran erklärte, zwei Öltanker seien in der Meerenge explodiert und manövrierunfähig geworden. Die IRGC kündigte an, die Wasserstraße werde so lange unsicher bleiben, wie die amerikanische „Aggression“ in der Region fortgesetzt werde. Bereits zuvor hatte der Iran behauptet, zwei Tanker seien nach dem Auftreffen auf Minen explodiert – eine Darstellung, die das US-Zentralkommando als falsch zurückwies. Die widersprüchlichen Angaben zu den Tankervorfällen ließen sich bislang nicht unabhängig aufklären. Die Unsicherheit über die Lage in der Straße von Hormuz hat bereits Auswirkungen auf die Weltwirtschaft: Berichten zufolge kletterte der Ölpreis auf über 90 US-Dollar pro Barrel, nachdem iranische Streitkräfte zwei Tanker in der Meerenge angegriffen haben sollen.
US-Präsident Donald Trump äußerte sich öffentlich zu den jüngsten Angriffen und erklärte, die USA hätten den Iran „sehr hart getroffen“. Die neuesten Angriffe seien zudem als Reaktion auf den Tod eines weiteren amerikanischen Soldaten erfolgt, den die US-Regierung meldete. Trump bezeichnete die Angriffe als Ehrung für die getöteten amerikanischen Militärangehörigen. Zugleich soll Trump laut Berichten Pläne für einen umfassenderen Krieg mit dem Iran vorbereiten, sollte sich die Lage weiter verschärfen. Genaue Details zu solchen Planungen wurden bislang nicht öffentlich gemacht.
Trotz der fortschreitenden militärischen Eskalation gibt es weiterhin diplomatische Signale. US-Außenminister Marco Rubio erklärte, die Vereinigten Staaten seien weiterhin offen für Gespräche mit Teheran. Nach seinen Angaben habe der Iran signalisiert, an Verhandlungen mit den USA interessiert zu sein – auch wenn beide Seiten ihre Angriffe zeitgleich fortsetzen. Bereits Mitte Juli hatte die US-Regierung betont, dass die Tür zur Diplomatie trotz verstärkter militärischer Aktivität offenbleibe, während US-Streitkräfte zugleich Transportinfrastruktur im Iran, darunter Brücken, angriffen.
Die Herkunft des Konflikts liegt in einem im vergangenen Monat geschlossenen Interimsabkommen, das die Kämpfe dauerhaft beenden sollte. Dieses Abkommen ist nach Angaben mehrerer Quellen zusammengebrochen, wodurch sich die Lage rund um die Straße von Hormuz erneut zuspitzte und der Schiffsverkehr dort weitgehend zum Stillstand kam. Beide Seiten sollen inzwischen auch zivile Ziele angegriffen haben, wobei genaue Details zu Umfang und Art dieser Angriffe in den vorliegenden Berichten nicht näher spezifiziert werden.
Insgesamt zeigt die Berichterstattung ein Bild einer sich schrittweise verschärfenden militärischen Konfrontation zwischen den USA und dem Iran, die zunehmend auch Nachbarstaaten wie Kuwait, Bahrain und Jordanien einbezieht. Während amerikanische Streitkräfte ihre Angriffe auf iranische Militär- und Infrastrukturziele fortsetzen, meldet Teheran eigene Gegenschläge auf US-Einrichtungen in der Region. Zentrale Fragen – etwa der tatsächliche Umfang der Schäden, die genaue Zahl der Opfer auf beiden Seiten und die Zuverlässigkeit einzelner Angaben, etwa zu den Tankervorfällen in der Straße von Hormuz – bleiben derzeit ungeklärt. Ob die von Rubio erwähnten diplomatischen Signale zu einer Deeskalation führen können, ist angesichts der fortgesetzten Angriffe auf beiden Seiten offen.
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