Das US-Militär hat nach eigenen Angaben in der Nacht auf Freitag (16. auf 17. Juli 2026) zum sechsten Mal in Folge Luftangriffe auf Ziele im Iran durchgeführt. Das US Central Command (CENTCOM) erklärte in einer Mitteilung auf der Plattform X, die Angriffe hätten am Donnerstagabend um 18:00 GMT begonnen und dienten dazu, „die militärischen Fähigkeiten Irans weiter zu schwächen“. Betroffen sind laut mehreren Berichten vor allem Regionen im Süden des Landes, darunter die Hafenstadt Bandar Abbas, die Provinz Bushehr sowie die Stadt Ahvaz im Südwesten. Die Entwicklung markiert eine deutliche Eskalation in einem Konflikt, der Ende Februar mit massiven US-israelischen Angriffen auf iranische Ziele begonnen hatte und der durch ein vorläufiges Abkommen vor rund einem Monat eigentlich hätte entschärft werden sollen.

Nach Angaben iranischer Staatsmedien wurden bei den jüngsten Angriffen unter anderem ein Flughafen, ein Bahnhof in der Hafenstadt Bandar Abbas sowie zwei Brücken im Süden des Landes in der Nähe der Straße von Hormus getroffen. Der russische Sender RT berichtete unter Berufung auf iranische Quellen, die Angriffe hätten auch zivile Infrastruktur betroffen, darunter mehrere Brücken quer durchs Land. Die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA meldete zudem Explosionen in der Stadt Bushehr, in der sich Irans einziges ziviles Atomkraftwerk befindet, sowie in Ahvaz, wo Anwohner nach eigenen Angaben bereits die zweite Nacht in Folge intensive Angriffe wahrnahmen. Die russische Nachrichtenagentur TASS berichtete separat von Explosionen in Bandar Abbas sowie in Bushehr und Ahvaz, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.
Parallel zu den Angriffen auf iranischem Boden wurden auch Berichte über Explosionen in Kuwait bekannt. Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete unter Berufung auf irakische Medien von einer Serie von Explosionen in Kuwait, deren Geräusche demnach bis in die südirakische Stadt Basra zu hören gewesen seien. Eine unabhängige Bestätigung dieser Meldung liegt bislang nicht vor. Die britische BBC berichtete zudem, dass US-Streitkräfte im Zuge der Eskalation ein Schiff in der Straße von Hormus geboardet hätten – eine für die internationale Schifffahrt zentrale Meerenge, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Öltransports verläuft.
Die US-Regierung begründet ihre Angriffe damit, dass der Iran eine Bedrohung für Handelsschiffe in der Straße von Hormus darstelle. CENTCOM erklärte, die Angriffe zielten darauf ab, die iranischen Militärfähigkeiten weiter zu schwächen. Zahlen zu Opfern oder eine genaue Liste der getroffenen Ziele wurden von US-Seite nicht veröffentlicht; die vorliegenden Angaben zu Infrastrukturschäden stammen überwiegend aus iranischen Staatsmedien und lassen sich derzeit nicht unabhängig verifizieren. Berichte unterscheiden sich zudem darin, welche konkreten Orte in welcher Nacht getroffen wurden, da mehrere Nachrichtenagenturen von Explosionen in unterschiedlichen Städten zu leicht abweichenden Zeitpunkten berichten.
Der aktuelle Vorfall reiht sich in eine seit Wochen andauernde Kette militärischer Auseinandersetzungen ein. US-Präsident Donald Trump hatte laut TASS bereits am 15. Juli erklärt, die USA hätten die wesentlichen Ziele ihrer militärischen Operation gegen den Iran erreicht. Er habe zudem angedeutet, dass der Iran im Fall eines sofortigen Kriegsendes rund 20 Jahre benötigen würde, um sich von den entstandenen Schäden zu erholen. Gleichzeitig meldete die Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf iranische Stellen, Teheran plane derzeit keine Verhandlungen mit Washington und konzentriere sich stattdessen auf die eigene Verteidigung.
Der Konflikt hatte sich demnach trotz eines vor rund einem Monat unterzeichneten vorläufigen Abkommens, das eine Beendigung der Kämpfe zum Ziel hatte, wieder verschärft. Nach Angaben der südchinesischen Zeitung South China Morning Post tauschten die USA und der Iran am Donnerstag erneut Schläge aus, wobei der Iran nach eigenen Angaben auch Ziele von US-Verbündeten in der Golfregion angriff. Die Kontrolle über die strategisch wichtige Straße von Hormus steht dabei im Zentrum der Auseinandersetzung, da durch diese Meerenge ein Großteil des weltweiten Öl- und Gashandels läuft.
Welche konkreten Auswirkungen die jüngsten Angriffe auf die iranische Infrastruktur, die Zivilbevölkerung und die regionale Sicherheitslage haben, lässt sich derzeit nicht abschließend beurteilen. Weder die genaue Zahl der getroffenen Ziele noch mögliche Opferzahlen wurden bislang von unabhängigen Stellen bestätigt. Auch ist unklar, ob und wann eine erneute diplomatische Initiative zur Deeskalation folgen könnte, nachdem das vorangegangene Abkommen die Kampfhandlungen offenbar nicht dauerhaft beenden konnte. Beobachter dürften in den kommenden Tagen vor allem beobachten, ob sich die Angriffe fortsetzen und wie der Iran auf die anhaltende US-Offensive reagiert.
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