Der renommierte deutsche Regisseur Wim Wenders hat seinen Film "Falsche Bewegung" von 1975 vorerst aus dem Vertrieb genommen und sich öffentlich bei der Schauspielerin Nastassja Kinski entschuldigt. Die Entscheidung erfolgte nach jahrelangen Bitten Kinskis, eine problematische Szene zu entfernen, in der sie als 13-Jährige halbnackt zu sehen ist.

In einer offiziellen Stellungnahme gab Wenders bekannt, dass er Streamingdienste, Fernsehsender und Kinos angewiesen habe, den Film nicht mehr zu zeigen. Gleichzeitig kündigte er einen direkten Austausch mit Kinski an, um gemeinsam eine Lösung für die umstrittene Szene zu finden. Die heute 63-jährige Schauspielerin hatte bereits im Mai öffentlich erklärt, dass sie seit Jahren vergeblich versucht habe, eine Änderung des Films zu erreichen.
"Falsche Bewegung" ist der zweite Teil von Wenders' berühmter "Straßentrilogie" aus den 1970er Jahren und basiert auf Goethes Roman "Wilhelm Meisters Lehrjahre". Der Film gilt als wichtiges Werk des Neuen Deutschen Films und zeigt die Reise eines jungen Mannes durch Deutschland. Nastassja Kinski, damals noch am Beginn ihrer Karriere, spielte eine der Hauptrollen in dem Drama.
Die problematische Szene zeigt die damals 13-jährige Kinski in einer Nacktszene, die nach heutigen Standards als unangemessen und möglicherweise ausbeuterisch betrachtet wird. Kinski hatte in der Vergangenheit mehrfach öffentlich über ihre schwierige Kindheit und frühe Erfahrungen in der Filmindustrie gesprochen. Ihre wiederholten Bitten an Wenders, die Szene zu entfernen oder zu überarbeiten, blieben lange Zeit unbeantwortet.
Wenders, der als einer der wichtigsten deutschen Filmregisseure gilt und für Werke wie "Paris, Texas" und "Der Himmel über Berlin" international bekannt ist, hatte zunächst ausweichend auf Kinskis Anliegen reagiert. Seine jetzige Entscheidung, den Film zurückzuziehen, wird als Zeichen für einen Wandel in seinem Verständnis der Problematik gewertet.
Der Fall wirft grundsätzliche Fragen zum Umgang mit historischen Filmwerken auf, die nach heutigen ethischen und rechtlichen Standards problematische Inhalte enthalten. Während einige Kritiker argumentieren, dass Kunstwerke in ihrem historischen Kontext betrachtet werden sollten, setzen sich andere für eine Überarbeitung oder Kontextualisierung solcher Werke ein.
Die Filmindustrie hat in den vergangenen Jahren verstärkt Sensibilität für den Schutz von Minderjährigen entwickelt. Verschiedene Produktionsfirmen und Distributoren haben begonnen, ihre Archive zu überprüfen und problematische Inhalte zu identifizieren. Wenders' Entscheidung könnte als Präzedenzfall für andere Filmemacher und Produzenten dienen.
Es bleibt abzuwarten, wie Wenders und Kinski eine dauerhafte Lösung für "Falsche Bewegung" finden werden. Mögliche Optionen könnten die digitale Entfernung der problematischen Szene, eine Neubearbeitung des Films oder eine Kontextualisierung durch Zusatzmaterial sein. Die Entscheidung wird auch Auswirkungen auf die Verfügbarkeit des Films für zukünftige Generationen von Filmwissenschaftlern und Cineasten haben.
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Nastassja Kinski war zum Zeitpunkt der Dreharbeiten 13 Jahre alt
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Die Berichterstattung ist nicht völlig gespalten, aber auch nicht deckungsgleich. Das macht den Vergleich nützlich: Die Faktenbasis zeigt den gemeinsamen Kern, die Perspektiven zeigen, wo politische, regionale oder institutionelle Interessen die Gewichtung verändern.
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- Diskussion über den Umgang mit historischen Kunstwerken
- Internationale Perspektiven auf den Fall
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Was gesichert ist
- Nastassja Kinski war zum Zeitpunkt der Dreharbeiten 13 Jahre alt
- Wim Wenders hat seinen Film 'Falsche Bewegung' von 1975 vorerst aus dem Vertrieb genommen
- Wenders hat sich bei Nastassja Kinski entschuldigt
- Kinski hatte jahrelang erfolglos versucht, eine Änderung des Films zu erreichen
Warum es wichtig ist
Die Berichterstattung ist nicht völlig gespalten, aber auch nicht deckungsgleich. Das macht den Vergleich nützlich: Die Faktenbasis zeigt den gemeinsamen Kern, die Perspektiven zeigen, wo politische, regionale oder institutionelle Interessen die Gewichtung verändern.
Chronologie
taz · 3. Juni 2026 um 14:55
Nacktszene mit minderjähriger Kinski: Regisseur Wim Wenders zieht Film „Falsche Bewegung“ zurück
Straits Times · 3. Juni 2026 um 15:15
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Tagesschau · 3. Juni 2026 um 15:15
Streit um Nacktszene: Wenders zieht Film vorerst zurück
France24 · 3. Juni 2026 um 15:35
Director Wim Wenders pulls 1975 film featuring then-teenager Nastassja Kinski in nude scene