Der Iran hat einen Vorschlag vorgelegt, der eine Wiederöffnung der Straße von Hormuz sowie ein Ende bewaffneter Auseinandersetzungen im Nahen Osten innerhalb von sieben Tagen vorsieht. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi machte den Plan am Rande der UN-Generalversammlung in New York bekannt, wo er sich mehrere Tage aufhielt, um auf eine Reaktion der amerikanischen Seite zu warten. Betroffen von dem Vorschlag sind neben den USA auch zahlreiche Anrainerstaaten der Region, darunter Länder wie Libanon und Jemen, sowie internationale Handelspartner, für die die Straße von Hormuz als zentrale Route für Öltransporte gilt. Die Relevanz des Vorschlags ergibt sich aus der wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Bedeutung der Meerenge, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Erdöltransports läuft.
Laut Berichten mehrerer internationaler Medien, darunter die New York Times, mit Bezug auf Aussagen Araghchis, sieht der Plan eine siebentägige Einstellung aller Feindlichkeiten im Nahen Osten vor, einschließlich der Kämpfe im Libanon. Die iranische Führung um Präsident Masoud Pezeshkian betonte gegenüber der UN-Generalversammlung, dass die Straße von Hormuz nicht dazu benutzt werden solle, dem Iran „Unsicherheit aufzuzwingen“. Pezeshkian erklärte zudem, dass „Kriegsführung keine Grenzen kenne“ – eine Formulierung, die auf die regionalen Auswirkungen des Konflikts verweist, der über den Iran und die USA hinaus auch Länder wie den Libanon und Jemen betrifft.
Berichten zufolge nannte Mohsen Rezaei, Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats des Iran, in einem Fernsehinterview eine Frist von vier bis fünf Tagen, innerhalb der die USA auf die iranischen Bedingungen reagieren müssten. Diese Frist wurde zuvor nicht öffentlich bekannt gegeben und sorgte für Aufmerksamkeit, da unklar blieb, welche Konsequenzen Teheran bei einem Ausbleiben einer amerikanischen Antwort androht. Der britische Außenminister Ed Miliband traf sich am Rande der Vereinten Nationen erstmals mit seinem iranischen Amtskollegen Araghchi, was als Zeichen diplomatischer Bewegung gewertet wurde.
Nach Angaben der iranischen Revolutionsgarde (IRGC) gehört auch die Beendigung der Kampfhandlungen im Jemen zu den Forderungen Teherans. Araghchi erklärte, dass Gespräche erst nach einer Wiederöffnung der Straße von Hormuz beginnen sollten, und betonte, er sei nicht in Eile, sondern warte auf eine Reaktion der amerikanischen Seite. Berichte von CBS News verweisen zudem darauf, dass die iranische Führung ein Abkommen mit den USA noch vor den amerikanischen Zwischenwahlen im November anstrebe. Al Jazeera ordnete den zeitlichen Rahmen des Vorschlags auch in den Kontext steigender Kraftstoffpreise ein, die nach Einschätzung der Nachrichtenagentur politischen Druck auf US-Präsident Donald Trump vor den Wahlen erzeugen.
Auf europäischer Seite äußerte sich der Präsident des Europäischen Rates, António Costa, nach einem Treffen mit Pezeshkian am Rande der UN-Generalversammlung. Costa bezeichnete das Gespräch als „offen und inhaltlich substanziell“ und forderte ein Ende „iranischer Angriffe gegen seine Nachbarn“ sowie die vollständige Wiederherstellung der Schifffahrtsfreiheit in der Straße von Hormuz. Zudem rief er den Iran auf, die Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) wiederaufzunehmen. Costa betonte, Dialog sei der einzige Weg, um Konflikte zu lösen und dauerhaften Frieden in der Region zu sichern, und erklärte, die EU stehe bereit, alle laufenden diplomatischen Bemühungen zu unterstützen.
Auch andere regionale Akteure meldeten sich zu Wort. Der Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, forderte bei seiner Rede vor der UN-Generalversammlung die Wiederöffnung der Straße von Hormuz und wandte sich gegen jede Form von „Verhandlungsdruck“ im Zusammenhang mit der Meerenge. Zuvor hatte Araghchi bereits Gespräche mit hochrangigen europäischen Diplomaten in New York geführt, in denen es laut TRT World um ein Ende des Krieges sowie um uneingeschränkte Schifffahrt durch die Straße von Hormuz und die Bab al-Mandab-Straße ging.
Offen bleibt bislang, wie die US-Regierung offiziell auf den iranischen Vorschlag reagieren wird. Berichte unterscheiden sich in Details darüber, ob es sich um eine formale Frist mit Konsequenzen oder lediglich um eine politische Ankündigung handelt. Auch die genaue Reihenfolge der im Plan genannten Schritte – etwa ob die Wiederöffnung der Straße vor oder nach einer Waffenruhe erfolgen soll – wird in den vorliegenden Berichten nicht einheitlich dargestellt. Ebenso ist unklar, welche Rolle Israel, das im Konflikt eine zentrale Position einnimmt, in den vorgeschlagenen Verhandlungen einnehmen würde.
Die kommenden Tage dürften zeigen, ob Washington auf den iranischen Vorschlag eingeht und ob sich daraus tatsächliche Verhandlungen über eine Deeskalation der Lage im Nahen Osten ergeben. Die internationale Gemeinschaft, insbesondere die Europäische Union und Golfstaaten wie Katar, drängt unterdessen weiterhin auf eine diplomatische Lösung sowie eine Wiederherstellung der Handelsfreiheit in der strategisch bedeutsamen Meerenge.
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Der Iran hat einen Vorschlag vorgelegt, der eine Wiederöffnung der Straße von Hormuz sowie ein Ende bewaffneter Auseinandersetzungen im Nahen Osten innerhalb von sieben Tagen vorsieht.
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Chronologie
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Iran schlägt Wiedereröffnung der Straße von Hormus vor, Krieg in sieben Tagen zu beenden
Al Jazeera · 25. September 2026 um 12:49
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CBS News · 25. September 2026 um 13:45
Iran proposes a 7-day plan to reopen the Strait of Hormuz