OpenAI-Chef Sam Altman hat vor Gericht ausgesagt, dass Elon Musk während der frühen Entwicklung des Unternehmens 90 Prozent Kontrolle über das KI-Unternehmen haben wollte. Diese Aussage erfolgte im Rahmen eines bedeutsamen Rechtsstreits, der die Zukunft von OpenAI maßgeblich prägen könnte.

Der Prozess, der bereits in die dritte Woche gegangen ist, dreht sich um Musks Vorwurf, OpenAI habe seine ursprüngliche gemeinnützige Mission verraten. Musk, der zu den Mitgründern von OpenAI gehört, behauptet, das Unternehmen habe seine Gründungsspenden missbraucht, um ein heute auf 850 Milliarden Dollar bewertetes Imperium aufzubauen. Er wirft Altman vor, die Wohltätigkeitsorganisation "gestohlen" zu haben.
Altman wies diese Anschuldigungen entschieden zurück. "Es passt nicht zu meinem Verständnis der Worte 'eine Wohltätigkeitsorganisation stehlen', wenn ich mir anschaue, was hier passiert", erklärte der OpenAI-Chef vor Gericht. Stattdessen behauptet Altman, dass Musk derjenige gewesen sei, der Kontrolle über OpenAI erlangen und damit Geld verdienen wollte.
OpenAI argumentiert, dass Musks Klage von kleinlichem Rachegefühl motiviert sei, nachdem er daran gescheitert war, die Mehrheitskontrolle über die kommerzielle Einheit zu erlangen. Das Unternehmen betont, dass Musk inzwischen selbst ein KI-Konkurrent mit seinem Unternehmen xAI geworden ist, was seine Motive in Frage stellt.
Ein wichtiger Zeuge in dem Verfahren ist Microsoft-Chef Satya Nadella, der vor der Jury aussagte. Nadella erklärte, dass Microsofts Investition in den gemeinnützigen Arm von OpenAI dazu beigetragen habe, "eine der größten und bestfinanzierten gemeinnützigen Organisationen der Welt" zu schaffen. Microsoft besitzt mittlerweile etwa ein Viertel von OpenAI Group PBC und hat erhebliche Summen in das Unternehmen investiert.
Die Entstehungsgeschichte von OpenAI ist komplex. Das Unternehmen wurde 2015 als gemeinnützige Organisation gegründet, mit Musk als einem der Hauptgeldgeber. 2018 verließ Musk jedoch den Vorstand, angeblich aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über die Richtung des Unternehmens. Seitdem hat sich OpenAI zu einer hybriden Struktur entwickelt, die sowohl gemeinnützige als auch kommerzielle Elemente umfasst.
Der Prozess hat ungewöhnlich detaillierte Einblicke in die normalerweise sehr verschlossenen Abläufe von OpenAI gewährt. Das Unternehmen ist trotz seines Namens üblicherweise extrem geheimhaltend bezüglich seiner Operationen und pflegt ein sorgfältig gestaltetes öffentliches Image. Durch Musks Klage wurde OpenAI jedoch gezwungen, sich öffentlich mit einigen der chaotischsten Aspekte seines Aufstiegs zur Macht auseinanderzusetzen.
Beobachter des Verfahrens merken an, dass bisher keiner der beiden Tech-Titanen als besonders sympathische Figur hervorgegangen ist. Der Prozess hat verschiedene interne Spannungen und Konflikte innerhalb von OpenAI aufgedeckt, die zuvor nicht öffentlich bekannt waren.
Die Auswirkungen dieses Rechtsstreits könnten weitreichend sein. OpenAI bereitet sich auf einen möglichen Börsengang vor, und das Ergebnis des Prozesses könnte die Führungsstruktur und die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens erheblich beeinflussen. Zudem könnte der Fall Präzedenzwirkung für andere KI-Unternehmen haben, die ähnliche Transformationen von gemeinnützigen zu kommerziellen Strukturen durchlaufen.
Der Rechtsstreit wirft auch grundsätzliche Fragen über die Governance und Verantwortlichkeit in der schnell wachsenden KI-Branche auf, insbesondere wenn es um Unternehmen geht, die mit dem Anspruch angetreten sind, der Allgemeinheit zu dienen.
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Der Prozess ist in die dritte Woche gegangen
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Mittlere Divergenz · 7 Quellen · 4 Regionen
Was offen bleibt
Die Berichterstattung ist nicht völlig gespalten, aber auch nicht deckungsgleich. Das macht den Vergleich nützlich: Die Faktenbasis zeigt den gemeinsamen Kern, die Perspektiven zeigen, wo politische, regionale oder institutionelle Interessen die Gewichtung verändern.
Dossier-Kompass
Welche Medienräume die Story tragen und wie breit die Quellenbasis ist.
Quellenmix
Unterbelichtete Aspekte
- Weniger Details über die spezifischen Anschuldigungen zwischen Musk und Altman
- Weniger Betonung der finanziellen Bewertung von OpenAI
- Weniger Fokus auf die ursprüngliche gemeinnützige Mission
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Was gesichert ist
- Der Prozess ist in die dritte Woche gegangen
- Sam Altman sagte vor Gericht aus, dass Elon Musk 90 Prozent Kontrolle über OpenAI wollte
- OpenAI wird auf 850 Milliarden Dollar bewertet
- Microsoft besitzt etwa ein Viertel von OpenAI Group PBC
Warum es wichtig ist
Die Berichterstattung ist nicht völlig gespalten, aber auch nicht deckungsgleich. Das macht den Vergleich nützlich: Die Faktenbasis zeigt den gemeinsamen Kern, die Perspektiven zeigen, wo politische, regionale oder institutionelle Interessen die Gewichtung verändern.
Chronologie
NDTV World · 12. Mai 2026 um 21:55
Sam Altman: Elon Musk wollte 90-Prozent-Anteil an OpenAI
Al Jazeera · 12. Mai 2026 um 22:09
Sam Altman says Elon Musk wanted 90 percent of OpenAI in high-stakes trial
Globe and Mail · 12. Mai 2026 um 22:59
OpenAI chief Sam Altman says Elon Musk wanted control of company
The Independent · 12. Mai 2026 um 23:49
Sam Altman testifies Elon Musk wanted greater control of OpenAI in early days