Südkoreas Präsident Lee Jae Myung hat am Freitag erklärt, dass sein Land keine Truppen für einen Kampfeinsatz im Rahmen des von den USA und Israel geführten Krieges gegen den Iran entsenden werde. Die Aussage fällt in eine Phase wachsender Spannungen im Persischen Golf, wo die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Öltransitrouten der Welt – zunehmend zum Schauplatz militärischer Zwischenfälle wird.

Hintergrund der Erklärung ist anhaltender Druck aus Washington, wonach Seoul eine aktivere militärische Rolle im Nahost-Konflikt übernehmen solle. Lee machte deutlich, dass Südkorea zwar prüfe, wie es zur Sicherung der Schifffahrtswege beitragen könne, dies aber ausdrücklich nicht mit einer Beteiligung am Krieg gleichzusetzen sei. Konkret gehe es um Maßnahmen zum Schutz von Handelsschiffen, Öltransportrouten und südkoreanischen Staatsbürgern in der Region, nicht um eine Kampfbeteiligung.
Die Straße von Hormus ist in den vergangenen Tagen mehrfach Schauplatz von Vorfällen gewesen. Die iranische Revolutionsgarde (IRGC) erklärte, ihre Marine habe einen unter der Flagge Togos fahrenden Öltanker beschossen, der versucht habe, die Meerenge auf illegalem Weg zu passieren. Der Tanker sei daraufhin nach einem Brand zum Stillstand gekommen. Unabhängig davon berichtete eine britische Seefahrtsbehörde von einem weiteren Tanker, der von einem unbekannten Projektil getroffen wurde; ein Feuer an Bord sei inzwischen gelöscht worden, Verletzte habe es nicht gegeben.
Vor diesem Hintergrund hatte Südkoreas Außenminister Cho Hyun bereits zuvor betont, dass noch keine endgültige Entscheidung über eine mögliche militärische Entsendung in die Region getroffen worden sei. Man prüfe alle relevanten Faktoren und werde internationaler Zusammenarbeit Priorität einräumen, sagte er vor Gesprächen mit US-Außenminister Marco Rubio in Washington.
Präsident Lee verwies zudem auf die bestehende südkoreanische Marinepräsenz vor der somalischen Küste, die im Rahmen einer Anti-Piraterie-Mission unterhalten wird. Diese könnte als mögliches Modell für ein begrenztes Engagement in der Golfregion dienen, ohne dass Südkorea direkt in den Konflikt mit dem Iran hineingezogen würde.
Neben der Nahost-Frage äußerte sich Lee auch zu den Beziehungen zwischen den USA und Nordkorea. Er sagte, US-Präsident Donald Trump wolle „klar“ einen Dialog mit Pjöngjang, und Südkorea werde versuchen, mögliche Gespräche zwischen Washington und Nordkorea zu erleichtern. Trump hatte zuvor angekündigt, er wolle die während seiner ersten Amtszeit geknüpfte persönliche Verbindung zu Machthaber Kim Jong Un wiederbeleben, und plane für dieses Jahr ein Treffen mit ihm. Er betonte zugleich, es sei wichtig, mit Kim „gut auszukommen“, und erwähnte, dass Nordkorea inzwischen über 57 „sehr mächtige“ Atomwaffen verfüge.
Diese Annäherungssignale stehen im Kontrast zu scharfer Kritik aus Pjöngjang. Kim Yo Jong, die Schwester des nordkoreanischen Machthabers, warf den USA vor, durch gemeinsame Militärübungen mit Südkorea und Japan die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel zu verschärfen und damit indirekt den nordkoreanischen Ausbau von Atomwaffen voranzutreiben. Nordkorea drohte zudem mit einer „offensiveren“ Reaktion auf die Manöver.
Die Gesamtlage bleibt damit auf mehreren Ebenen instabil: im Persischen Golf durch die anhaltenden Zwischenfälle in der Straße von Hormus und die Unsicherheit über eine mögliche weitere Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran; auf der koreanischen Halbinsel durch das Spannungsfeld zwischen angekündigter Diplomatie und fortgesetzten Muskelspielen durch Militärübungen. US-Präsident Trump selbst sprach von einer bevorstehenden „großen Entscheidung“ darüber, ob er seine iranischen Gegner „vernichten“ solle, und fügte hinzu, „alles könne passieren“.
Offen bleibt, wie sich Südkoreas Position in den kommenden Wochen konkretisiert, insbesondere ob und in welcher Form eine Marinepräsenz im Golf tatsächlich realisiert wird, sowie ob es tatsächlich zu direkten Gesprächen zwischen Washington und Pjöngjang kommt.
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Südkoreas Präsident Lee Jae Myung schloss eine militärische Kampfbeteiligung im Krieg gegen den Iran aus
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Ein weiterer Tanker in der Straße von Hormus wurde von einem unbekannten Projektil getroffen, wobei ein Feuer ausbrach, das später gelöscht wurde
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Was gesichert ist
- Südkoreas Präsident Lee Jae Myung schloss eine militärische Kampfbeteiligung im Krieg gegen den Iran aus
- Kim Yo Jong kritisierte gemeinsame US-Militärübungen mit Südkorea und Japan als Treiber der nordkoreanischen Atomwaffenaufrüstung
- US-Präsident Trump plant für 2026 ein Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un
- Südkoreas Außenminister Cho Hyun erklärte, es sei noch keine endgültige Entscheidung über eine militärische Entsendung nach Hormus getroffen worden
Was offen bleibt
- Ein weiterer Tanker in der Straße von Hormus wurde von einem unbekannten Projektil getroffen, wobei ein Feuer ausbrach, das später gelöscht wurde
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