Der Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran hat sich in den vergangenen Tagen deutlich verschärft. US-Präsident Donald Trump verkündete am Dienstag die Wiederaufnahme einer Seeblockade gegen alle iranischen Häfen und drohte zusätzlich damit, in der kommenden Woche Kraftwerke und Brücken im Iran anzugreifen, sollte Teheran nicht an den Verhandlungstisch zurückkehren. Die Ankündigung stellt eine weitere Eskalationsstufe in einem seit Tagen andauernden militärischen Schlagabtausch zwischen beiden Ländern dar und betrifft unmittelbar die Straße von Hormuz, durch die nach Angaben mehrerer Quellen etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gaslieferungen transportiert wird.

Bereits am Montag hatte das US-Militär nach Angaben von CGTN in der dritten aufeinanderfolgenden Nacht Angriffe auf iranische Ziele durchgeführt. Im Gegenzug kam es zu iranischem Beschuss auf zwei Tanker in der Straße von Hormuz. Trump erklärte in diesem Zusammenhang, die USA würden die Blockade der iranischen Schifffahrt im Golf wieder einsetzen, zugleich aber sicherstellen, dass die strategisch wichtige Wasserstraße geöffnet bleibe – allerdings gegen eine Gebühr. Diese Gebührenpläne für Schiffe, die die Straße von Hormuz durchqueren, wurden laut einem Bericht der New York Times inzwischen wieder fallengelassen, nachdem sie die Sorge vor steigenden globalen Energiepreisen verstärkt hatten.
Am Dienstag, dem 14. Juli, wurden nach Angaben des Kyiv Independent zwei Schiffe durch iranische Raketen in der Wasserstraße getroffen, wobei auch zwei ukrainische Besatzungsmitglieder verletzt wurden. Die USA erklärten daraufhin, sie würden den Iran für solche Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormuz zur Verantwortung ziehen. Parallel dazu wurde laut TASS eine Explosion auf der iranischen Insel Hengam in der Straße von Hormuz gemeldet, ohne dass weitere Details zu Ursache oder Ausmaß bekannt wurden.
Die US-Blockade trat nach Angaben von Al-Monitor und der Jakarta Post am Mittwoch offiziell in Kraft. Schiffsdaten zufolge stieg die Zahl der Schiffe, die die Straße von Hormuz durchquerten, am Dienstag noch einmal an – die meisten davon mit Verbindung zum iranischen Handel, offenbar in Erwartung der bevorstehenden Sperrung. Trump machte zugleich deutlich, dass die Straße von Hormuz aus seiner Sicht nur für den Iran gesperrt sei, während er auf „größere Alternativen“ für Ölimporte verwies, wie TASS berichtete.
Die iranische Führung reagierte auf die neue Blockade mit einem deutlichen Schritt: Laut India Today und NDTV zog sich Teheran aus einem zuvor mit den USA vereinbarten Friedensabkommen (Memorandum of Understanding) zurück. Der Iran begründete dies damit, dass die US-Blockade das Abkommen faktisch zunichtegemacht habe. Gleichzeitig kündigte die iranische Regierung an, die vollständige Kontrolle über die Straße von Hormuz anzustreben. Nach Angaben von Geo News wies der Iran den amerikanischen Druck zurück und erklärte, nicht unter derartigem Zwang verhandeln zu wollen.
Damit stehen sich beide Länder in einem offenen Machtkampf um die Kontrolle der Wasserstraße gegenüber, die für den weltweiten Energiehandel von zentraler Bedeutung ist. NDTV beschreibt die Lage als eine Situation, die durch tagelange wechselseitige Angriffe im gesamten Nahen Osten und den Kampf beider Staaten um die Kontrolle der Meerenge die Region an den Rand eines umfassenden Krieges bringen könnte. Der Independent berichtete zudem, dass Trump gedroht habe, auch zivile Ziele im Iran anzugreifen, sollte sich die Lage nicht entspannen.
Die internationale Berichterstattung zu den Ereignissen zeigt in Teilen unterschiedliche Schwerpunkte: Während einige Quellen die Wiederaufnahme der Blockade und die Drohung gegen Energieziele als zentrales Element hervorheben, betonen andere Berichte stärker den iranischen Rückzug aus dem Abkommen und dessen Ankündigung, die Kontrolle über Hormuz zu übernehmen. Übereinstimmend wird jedoch von direkten militärischen Zusammenstößen berichtet, darunter Angriffe auf Tanker und Explosionen auf iranischem Gebiet.
Offen bleibt bislang, wie der Iran auf die angedrohten Angriffe auf Kraftwerke und Brücken reagieren wird und ob es in den kommenden Tagen zu weiteren diplomatischen Kontakten kommt. Auch die genauen Umstände der Explosion auf Hengam Island sowie das Ausmaß der Schäden an den am 14. Juli getroffenen Schiffen sind nicht abschließend geklärt. Angesichts der Bedeutung der Straße von Hormuz für den globalen Energiehandel dürften die weiteren Entwicklungen in der Region auch international genau beobachtet werden.
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