US-Präsident Donald Trump hat in seiner Rede vor der UN-Generalversammlung in New York am Dienstag mit ungewöhnlich drastischen Worten über den Konflikt mit dem Iran gesprochen. Er stehe vor einer „großen Entscheidung“, sagte Trump: entweder einen Deal mit Teheran abzuschließen oder das Land zu „vernichten“. Wörtlich drohte er, er könne den Iran „in die Hölle treiben, ohne Überlebenschance“. Die Äußerung fiel etwa elf Minuten in eine rund 37- bis 40-minütige Ansprache, die sich stark um den seit fast sieben Monaten andauernden, laut mehreren Berichten in den USA unpopulären Krieg gegen den Iran drehte.

Die Warnung sorgte in dem Forum, das traditionell dem Weltfrieden gewidmet ist, für Aufsehen. Der Guardian bezeichnete Trumps offene Erwägung, ein UN-Mitgliedsland zu vernichten, als bemerkenswert und zog Vergleiche zum sowjetischen Machthaber Nikita Chruschtschow, der die Generalversammlung in der Vergangenheit ebenfalls durch spektakuläre Auftritte irritiert hatte. Auch die New York Times beschrieb die Formulierung als „jarring departure“, also als deutlichen Bruch mit dem üblichen Ton eines Forums, das dem Weltfrieden verpflichtet ist.
Gleichzeitig verband Trump seine Drohung mit einem Verhandlungsangebot. Nach eigenen Angaben trafen sich US-amerikanische und iranische Vertreter am selben Dienstag zum ersten Mal seit Monaten. Trump bestätigte dies gegenüber Journalisten am Rande der UN-Versammlung, machte jedoch nur wenige Angaben zu Ort, Teilnehmern oder Inhalt des Gesprächs. Mehrere Medien, darunter Al-Monitor und Arab News, werteten dies als eine Art „Zuckerbrot-und-Peitsche“-Strategie: Auf die öffentliche Drohung folgte die Ankündigung diplomatischer Kontakte.
Zur zeitlichen Einordnung sagte Trump, er erwarte eine Einigung mit dem Iran erst nach den US-Zwischenwahlen (Midterms) am 3. November. Damit setzte er laut Berichten von NDTV und Channel News Asia eine neue Zeitmarke für einen Konflikt, der ursprünglich als kurz angekündigt worden war, sich aber inzwischen über sieben Monate hinzieht. El País merkte an, dass diese Verzögerung mit einem Blick auf die Innenpolitik und die bevorstehenden Wahlen erfolge.
Iran selbst hatte den Berichten zufolge im Vorfeld bereits Signale gesendet, wonach eine Wiederaufnahme von Verhandlungen zur Beendigung des fast siebenmonatigen Konflikts möglich sei, wie die Straits Times berichtete. Genauere Angaben zum Stand oder Format solcher Gespräche liegen aus den vorliegenden Quellen nicht vor. Offen bleibt auch, welche konkreten Bedingungen die USA an ein mögliches Abkommen knüpfen und wie Teheran auf die öffentliche Vernichtungsdrohung reagiert hat.
Neben dem Iran sprach Trump in seiner Rede eine Reihe weiterer außenpolitischer Themen an. Er erklärte, seit Amtsantritt an der Beilegung von acht Kriegen mitgewirkt zu haben, und lobte in diesem Zusammenhang den pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif als „terrific man“ für dessen Rolle bei der Beendigung des Pakistan-Indien-Konflikts im Mai 2025, wie Dawn und Geo News berichteten. Zudem äußerte er sich zu Kuba und sagte laut Punch Nigeria und TRT World, die Regierung der Insel werde „fallen“. Kubas Außenminister Bruno Rodríguez wies dies scharf zurück, bezeichnete die Aussagen als „Falschbehauptungen“ und forderte von Washington die Achtung der Souveränität Kubas.
Weitere Themen der Rede betrafen laut mehreren Quellen künstliche Intelligenz – Trump lehnte eine globale Regulierung von KI ab –, Kritik am Internationalen Strafgerichtshof (ICC), dem er vorwarf, gegen die USA und Verbündete vorzugehen, sowie Bemerkungen zu Grönland. Nordkorea kam laut Yonhap in der Rede nicht vor, was angesichts früherer Reden bemerkenswert erscheint. Auch mit Belarus soll laut Taipei Times ein möglicher Deal im Raum stehen, Details dazu sind aus den vorliegenden Berichten nicht ersichtlich.
Welche konkreten Folgen Trumps Iran-Äußerungen für die laufenden diplomatischen Kontakte oder für die militärische Lage haben werden, ist derzeit offen. Die Reaktionen anderer UN-Mitgliedstaaten fielen den Berichten zufolge unterschiedlich aus; genauere Stellungnahmen einzelner Regierungen zur Vernichtungsdrohung gegen den Iran werden in den vorliegenden Artikeln nicht im Detail wiedergegeben. Beobachter werten die Kombination aus scharfer Rhetorik und der Ankündigung neuer Gespräche als Zeichen dafür, dass Washington gleichzeitig Druck aufbauen und eine Verhandlungslösung offenhalten will.
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Trump erklärte in seiner UN-Rede, er könne Iran 'annihilate' (vernichten), sollte kein Friedensabkommen erzielt werden.
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Mittlere Divergenz · 18 Quellen · 4 Regionen
Was offen bleibt
Kubas Außenminister Bruno Rodríguez wies Trumps Aussagen über Kuba als Falschbehauptungen zurück.
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Welche Medienräume die Story tragen und wie breit die Quellenbasis ist.
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Unterbelichtete Aspekte
- Detaillierte Einordnung der ICC-Kritik Trumps und deren völkerrechtliche Implikationen
- Tiefere Einordnung der militärischen Eskalationsgefahr gegenüber Iran
- Ausführliche Einordnung der Reaktionen westlicher Verbündeter auf die Iran-Drohung
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Was gesichert ist
- Trump erklärte in seiner UN-Rede, er könne Iran 'annihilate' (vernichten), sollte kein Friedensabkommen erzielt werden.
- Trump rief Mitgliedsstaaten des Internationalen Strafgerichtshofs (ICC) zum Austritt auf und bezeichnete die Institution als 'außer Kontrolle'.
- Trump bezeichnete Kuba als 'gescheiterten Staat' und sagte, Freiheit werde dort bald einkehren; die Regierung werde 'fallen'.
- Trump erwartet eine Einigung mit Iran erst nach den US-Zwischenwahlen am 3. November 2026.
Was offen bleibt
- Kubas Außenminister Bruno Rodríguez wies Trumps Aussagen über Kuba als Falschbehauptungen zurück.
Warum es wichtig ist
Die Berichterstattung ist nicht völlig gespalten, aber auch nicht deckungsgleich. Das macht den Vergleich nützlich: Die Faktenbasis zeigt den gemeinsamen Kern, die Perspektiven zeigen, wo politische, regionale oder institutionelle Interessen die Gewichtung verändern.
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Trump threatens Iran with 'hell' but unveils fresh talks
Globe and Mail · 22. September 2026 um 21:34
Five key moments from Trump's speech at the UN
NY Times World · 22. September 2026 um 21:49
At U.N., Trump Says He Will Strike a Deal With Iran or ‘Annihilate’ It
Taipei Times · 23. September 2026 um 02:00
Trump verhandelt Deal mit Belarus